Landkreis bereitet Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine vor

Landratsamt sowie Städte und Gemeinden bereiten sich koordiniert vor

Pressemitteilung, 02.03.2022 - Der Landkreis Göppingen bereitet mit Hochdruck die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine vor.

Ukraine-Flagge

„Die Aufnahme und Unterstützung der Geflüchteten aus der Ukraine setzt ein deutliches Signal für Solidarität, Freiheit und Demokratie. Ich bin beeindruckt, mit welcher Hilfsbereitschaft und Offenheit Bürgerinnen und Bürger sofort auf das Landratsamt zugegangen sind, um privaten Wohnraum anzubieten“, äußert sich Landrat Edgar Wolff.
 
Durch den Einmarsch des russischen Militärs in der Ukraine wurde ein Flüchtlingsstrom in die westeuropäischen Länder losgetreten. Laut Angaben der Vereinten Nationen sind bis Anfang dieser Woche 874.000 Menschen aus der Ukraine geflüchtet. Davon seien allein
mehr als über 450.000 nach Polen geflohen. Die Vereinten Nationen erwarten bis zu 4 Millionen ukrainische Geflüchtete, die in den Grenzen der Europäischen Union Schutz suchen werden.
 
Die kommunalen Landesverbände haben mit dem Land abgestimmt, auf das bereits bewährte dreistufige Aufnahmeverfahren zurückzugreifen. Die im Land eintreffenden Geflüchteten werden hierbei grundsätzlich in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes aufgenommen und von dort kurzfristig auf die Stadt- und Landkreise in die vorläufige Unterbringung weitergeleitet.   
 
Bei Personen, die direkt bei Familien oder Freunden oder über private Vermittlung unterkommen können, kann von diesem Verfahren abgewichen werden.
 
„Wir bitten um Verständnis, dass der Landkreis Göppingen momentan noch nicht weiß, wie viele Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht werden müssen. Derzeit stehen 26 Unterkünfte mit einer Kapazität von 993 Plätzen zur Verfügung. Aufgrund des seit Herbst 2021 gestiegenen Flüchtlingszugangs sind die Unterkünfte bereits gut ausgelastet. Daher ist der Landkreis bereits seit geraumer Zeit dabei, die Unterkunftskapazitäten auszuweiten. Der Krieg in der Ukraine verschärft die bereits angespannte Situation nochmals erheblich. Es werden daher deutlich mehr Kapazitäten als die bisher geplanten 1.700 – 1.800 Plätze anvisiert. Alle eingehenden Angebote werden in den Suchlauf aufgenommen und auf Eignung überprüft,“ erläutert Kreissozialamtsleiter Marco Lehnert.
 
Der Landkreis steht mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden in engem Dialog. In der Bürgermeisterversammlung in der kommenden Woche wird der erste größere Austausch zum weiteren Vorgehen stattfinden. „Wir wollen den hilfsbedürftigen Menschen aus der Ukraine einen sicheren Zufluchtsort schaffen und ihnen schnell und wirksam helfen“, so Landrat Edgar Wolff.
 
Auf der einen Seite stellt die Ukraine-Krise Bund, Länder und Kommunen vor eine große Herausforderung, auf der anderen Seite bringt sie aber auch Solidaritätsbekundungen und Hilfsbereitschaft aus der gesamten Bevölkerung hervor. Dafür ist der Landkreis sehr dankbar.
 
Im Landratsamt sind bereits vielfältige Hilfsangebote eingegangen. Um diese besser koordinieren zu können, wird darum gebeten, Angebote für Wohnraum an das Amtspostfach der Abteilung Asyl- und Flüchtlingswesen (aufnahmeamt@lkgp.de) zu senden.
 
In den Städten und Gemeinden wurden bereits vielfältige Hilfsaktionen gestartet, an die man sich mit Sachspenden wenden kann. Der Landkreis selbst nimmt deshalb keine Sachspenden an.
 
Weitere Informationen zur Ukrainehilfe werden in den nächsten Tagen auf der Homepage des Landratsamtes Göppingen (www.landkreis-goeppingen.de) aufgeführt. Darüber hinaus wird beim Landratsamt unter der Nummer 07161 202-4444 eine zentrale Hotline eingerichtet. Die Hotline ist von Montag bis Freitag von 9 - 12 Uhr besetzt und steht für Fragen zur Unterbringung sowie zur Leistungsgewährung zur Verfügung.
 
Zudem wurde auf der Homepage des Ministeriums der Justiz und für Migration Baden-Württemberg eine eigene Rubrik zum Thema eingerichtet (www.justiz-bw.de). Hier werden zum einen aktuelle Informationen zu finden sein, zum anderen können hier Privatpersonen wie auch gesellschaftliche Akteure Hilfsangebote über ein Melde-Formular hinterlegen. Die Hilfsangebote sollen dann den Kreisen räumlich zugeordnet werden.
 
Landrat Wolff bedankt sich für die vielfältigen lokalen Hilfsangebote und ruft zur gemeinsamen Solidarität für die Menschen auf, welche in ihrer Heimat unter dem furchtbaren Krieg leiden oder sich auf der Flucht befinden.

Ansprechpartnerin

Kreissozialamt, Abteilung Asyl- und Flüchtlingswesen
Frau Krückel
Telefon 07161 202-4073
Telefax 07161 202-4092
E-Mail: aufnahmeamt@lkgp.de

Weitere Informationen

Sonderseite zur Ukraine-Hilfe