"Zeitschnitt 1938"

Historische Postkarten zum Kreisjubiläum auf Schloss Filseck

Ausstellung 21. Oktober bis 29. Dezember 2013

Pressemitteilung - Im Rahmen des 75-jährigen Landkreisjubiläums präsentiert das Kreisarchiv Göppingen mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Filseck eine Ausstellung mit 130 stark vergrößerten Bildpostkarten aus der Gründungszeit des Landkreises um 1938. Die Ausstellung wird auf Schloss Filseck bei Uhingen vom 21. Oktober bis zum 29. Dezember 2013 gezeigt.

Historische Postkarte Drackenstein

Anfang Oktober 1938 veränderte das „Gesetz zur Landeseinteilung“ die Landkarte Württembergs. Die Pläne dazu stammten bereits aus den späten 1920er Jahren. Aus 63 Oberämtern wurden 34 Land- und drei Stadtkreise. Hauptsächlich aus den Gemeinden der Oberämter Göppingen und Geislingen entstand der neue Landkreis Göppingen mit 64 Gemeinden, rund 110 000 Einwohnern und 610 Quadratkilometern Grundfläche.

Die Ausstellungsmotive aus dem ganzen Kreisgebiet werden durch Bildbeschreibungen und Begleittexte ergänzt. Hochwertige Luftaufnahmen dokumentieren dabei die Entwicklung der Gemeinden auch im Kontrast zur Gegenwart. Straßenszenen zeigen längst verschwundene Gebäude und Geschäfte. Stolz werden neu erbaute Freibäder und beliebte Ausflugslokale präsentiert. Neue Wohnviertel wie das Göppinger Reusch oder die Geislinger Bergwerkssiedlung entstehen. Die gigantischen Autobahnviadukte bei Aichelberg und Drackenstein werden zu touristischen Anziehungspunkten.

Doch hinter manch scheinbarer Idylle stehen auch die dunklen Seiten der 1930er Jahre. Auch die Postkarten sind Bilder ihrer Zeit: Straßen, Plätze und Einrichtungen werden nach NS-Größen benannt. Die Flakkaserne bei Holzheim oder die Attrappe einer Fliegerbombe auf dem Göppinger Marktplatz stehen für die zunehmende Militarisierung. In den Straßen und von vielen Sehenswürdigkeiten wehen Hakenkreuzfahnen. Wenige Wochen nach der Kreisgründung wird in Göppingen die Synagoge brennen und jüdische Geschäfte werden demoliert. Daher ist es Ziel der Ausstellung, Erinnerungen zu wecken und Veränderungen zu dokumentieren, aber auch vielfach Denkanstöße zu geben.

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Hauptamt - Kreisarchiv, Kreisarchäologie und Kultur
Dr. Stefan Lang
Dr. Stefan Lang
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