Zunehmend überzogene Sanierungsmaßnahmen im Trinkwasserbereich

Gesundheitsamt warnt vor unnötigen Kosten

Pressemitteilung - Seit einiger Zeit muss das Gesundheitsamt des Landkreises feststellen, dass bei Sanierungsmaßnahmen im Trinkwasserbereich die Unsicherheit der Hausbesitzer immer öfter ausgenutzt wird.

Dies macht sich zum Beispiel durch eine unverhältnismäßig hohe und dadurch kos­tenintensive Anzahl durchgeführter Wasserproben bemerkbar: Sogar bei Gebäuden, die nicht untersuchungspflichtig sind, werden vereinzelt Proben genommen. Auch nach erfolgreicher Sanierung werden Hausbesitzer zum Teil dazu gedrängt, weitere um­fangreiche, aber unnötige Sanierungsmaßnahmen durchführen zu lassen. Diese Maßnahmen sind häufig weder gesetzlich vorgeschrieben, noch vom Gesundheitsamt angeordnet oder empfohlen. Dies betrifft insbesondere auch Trinkwasserbehandlungsanlagen wie Chloranlagen. Diese sind in der Regel nur als kurzfristige Sanie­rungsmaßnahme geeignet, nicht aber für den Dauerbetrieb. Das Gesundheitsamt rät deshalb von der Installation einer solchen Anlage als dauerhafte Lösung ab.
 
Weitere Informationen sowie Merkblätter zu den Themen Legionellen, Warmwassergroßanlagen und Betrieb bzw. Planung von Hausinstallationen finden Sie auf der Internetseite des Landratsamts unter www.landkreis-goeppingen.de/Gesundheitsamt. Für Rückfragen stehen Ihnen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts unter der Telefonnummer 07161 202-1800 zur Verfügung.
 
Hintergrundinformationen:
Seit der letzten Änderung der Trinkwasserverordnung im Jahr 2012 besteht eine Untersuchungspflicht auf Legionellen in Warmwassergroßanlagen. Danach sind alle Großanlagen zur Trinkwassererwärmung im gewerblichen oder öffentlichen Bereich, an die Duschen oder Geräte angeschlossen sind, die Trinkwasser vernebeln, wie folgt auf Legionellen zu untersuchen:
•  öffentliche oder öffentlich-gewerbliche Anlagen: jährlich
•  gewerbliche, nicht-öffentliche Anlagen: alle 3 Jahre.
Als Großanlagen werden Anlagen definiert, die mehr als 400 L Speicherinhalt haben oder nicht die 3-Liter-Regel einhalten. Diese Regel besagt, dass zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der am weitesten entfernten Entnahmestelle höchstens 3 Liter Wasser in der Leitung vorhanden sein sollen.
Ausnahmen gelten für Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Diese müssen generell nicht untersucht werden. Ebenso besteht keine Untersuchungspflicht für Anlagen mit dezentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmern (Durchlauferhitzern).
Von einer Untersuchungspflicht sind demnach, abhängig von der Größe des Trinkwasserspeichers und der Länge des Leitungsnet­zes, in der Regel nur vermietete Gebäude ab 3 Wohneinheiten betroffen.  
 
Ansprechpartnerin :
Gesundheitsamt
Dr. Nadja Mürter
Telefon: 07161 202-1820
Fax: 07161 202-1860
E-Mail

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