Vierte Kommunale Gesundheitskonferenz entwickelt ihre Handlungsempfehlungen zur Sicherung der ärztlichen Versorgung weiter

Pressemitteilung - Landrat Edgar Wolff lud im September zur vierten Kommunalen Gesundheitskonferenz ein. Die Mitglieder überprüften den Umsetzungsstand der im Sommer 2012 verabschiedeten Handlungsempfehlungen. Insgesamt konnte eine erste positive Bilanz gezogen werden.

So gibt es bereits einige Praxen im Landkreis Göppingen, die von den Möglichkeiten der neuen Praxisorganisation Gebrauch machen, wie z. B. Einrichtung von Zweigpraxen oder die Anstellung von Ärztinnen und Ärzten in Teilzeit. Die ALB FILS KLINIKEN und das Christophsbad bilden Fachärzte für Allgemeinmedizin aus und haben hier insgesamt sieben Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung. Im Rahmen der Kooperation zwischen den Kliniken und der Kreisärzteschaft finden Gespräche bei der Nachbesetzung von Kassenarztsitzen statt und bislang konnten gemeinsam immer Lösungen gefunden werden. Mit der Einführung der Notfallpraxis an den ALB FILS KLINIKEN, Standort Klinik am Eichert, konnte die Dienstbelastung für die Ärztinnen und Ärzte in den ländlichen Regionen deutlich gesenkt werden. Die Notfallpraxis wird von den Patientinnen und Patienten sehr gut angenommen. Die in der Notfallpraxis Dienst habenden Ärztinnen und Ärzte sind vom Konzept überzeugt. „Die Vorteile des Konzeptes unserer Notfallpraxis sprechen für sich und unsere gut versorgten Patientinnen und Patienten danken es uns“, so Dr. Frank Genske, Mitglied des Vorstands der Kreisärzteschaft Göppingen. Die noch bestehenden unterschiedlichen Vorstellungen zwischen der Kreisärzteschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg wurden im Gremium diskutiert. Dr. Michael P. Jaumann, Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg: „Die Kassenärztliche Vereinigung hat eine gerechte Lösung für das gesamte Land Baden-Württemberg erarbeitet. Wir sind mit den Göppinger und Geislinger Kolleginnen und Kollegen noch im Gespräch und werden hier auch für die Patientinnen und Patienten eine gute Lösung erreichen.“

Die Bürgermeister Reiner Ruf und Martin Stölzle zeigten auf, wie die Städte und Gemeinden unterstützend tätig sind, um die gute ärztliche Versorgung im Ländlichen Raum auch weiterhin zu erhalten. „Die Gemeinden bieten sowohl bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch bei der Bereitstellung von geeigneten barrierefreien Immobilien sehr gute Rahmenbedingungen für die Niederlassung junger Ärztinnen und Ärzte“, so Bürgermeister Stölzle.

Die Vertreter der Krankenkassen Robert Riemer und Thomas Schneider gingen darauf ein, wie sie Versorgungsengpässe für ihre Versicherten vermeiden. Die überregionalen Krankenkassen sind auf Bundesebene in die Versorgungsplanung eingebunden und setzen sich weiterhin für einen effektiven Einsatz aller Ressourcen ein, dies geschieht im Austausch mit den regionalen Partnern. „Durch die Selektivverträge mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten leistet die AOK Baden-Württemberg ihren Beitrag gegen den Ärztemangel in der Fläche “, so Thomas Schneider. Zudem berät sie Ärztinnen und Ärzte über Vertragsinhalte und ist auch bei einer geplanten Praxisübergabe mit den Ärztinnen und Ärzten im Gespräch.
Angesichts der Tatsache, dass im Landkreis Göppingen ca. 30 % der niedergelassenen Hausärzte das 60. Lebensjahr überschritten haben, wollen die Konferenzmitglieder den Städten und Gemeinden eine konkrete Handlungshilfe zur Verfügung stellen. Geplant ist ein Ratgeber, in dem die Ansprechpartner der Institutionen aufgeführt sind, die bei abzusehender ärztlicher Unterversorgung frühzeitig informiert werden sollten.
„Ich freue mich, dass die Mitglieder der Kommunalen Gesundheitskonferenz inzwischen zu einem Netzwerk zusammengewachsen sind und gut zusammenarbeiten. Mit diesem Engagement können wir hier vor Ort ziel- und bedarfsgerichtet ganz pragmatische Lösungen entwickeln“, so Landrat Wolff.

Hintergrundinformation:
Das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg möchte die Gesundheitsstrategie weiterentwickeln und in allen Land- und Stadtkreisen verankern. Daher fand auf der Landesebene im Oktober erstmals eine Landesgesundheitskonferenz statt. Diese wird ein Gesundheitsleitbild für Baden-Württemberg erarbeiten. Auch die Kommunalen Gesundheitskonferenzen sind bei der Erstellung dieses Grundsatzpapiers beteiligt. Der Landkreis Göppingen als Gesundheitsstandort unterstützt mit seiner Kommunalen Gesundheitskonferenz aktiv die Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg. Seit Herbst 2011 hat Landrat Wolff insgesamt viermal die Kommunale Gesundheitskonferenz einberufen. Sie dient alle relevanten Akteuren aus dem Gesundheitswesen, aus Politik und Wirtschaft als Kommunikationsplattform. Ziel der Gesundheitskonferenz ist es, im Rahmen dieser Expertenrunden entweder zu besonderen Fragestellungen, wie z. B. der ärztlichen Versorgung, oder zu Prävention und Gesundheitsförderung für bestimmte Zielgruppen, z. B. Gesundes Altern, konkrete Handlungsempfehlungen für den Landkreis zu erarbeiten.

Ansprechpartnerin:

Gesundheitsamt
Dr. Anne Würz
Telefon: +49 (0) 7161 202-1832
Fax: +49 (0) 7161 202-1850
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