Notfallpraxis Göppingen: Kreisärzteschaft und Kassenärztliche Vereinigung Baden- Württemberg gehen aufeinander zu

Pressemitteilung - Kreisärzteschaft und Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg suchen einen gemeinsamen Weg zur Förderung wirtschaftlicher Modelle.

Im Konflikt um die Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes kamen Mitglieder des Vorstands der Kreisärzteschaft Göppingen und der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Dr. Johannes Fechner, zu einem Gespräch im Gesundheitsamt zusammen. Das im August erfolgte erste Gespräch wurde konstruktiv weitergeführt. Das Treffen erfolgte auf Einladung und unter der Moderation von Landrat Edgar Wolff. Im Austausch wurden die beiden unterschiedlichen Positionen sachlich dargestellt und es gab auf beiden Seiten auch Verständnis für das Anliegen und die Stituation der Gegenseite.

Ziel der Kassenärztlichen Vereinigung ist es, mit der Reform den ärztlichen Bereitschaftsdienst so zu strukturieren, dass die Dienstbelastung an den Wochenenden und Feiertagen in ganz Baden-Württemberg auch künftig für Medizinerinnen und Mediziner akzeptabel ist. Vor allem im ländlichen Raum mussten in der Vergangenheit diese Dienste von nur wenigen Ärztinnen und Ärzten geschultert werden. Dies soll sich nun durch die flächendeckene Einrichtung von Notfallpraxen in ganz Baden-Württemberg ändern. Mit dieser Änderung geht eine neue Form der Finanzierung einher. „Ich freue mich, dass die neue Umlagesystematik nun auch bei der Göppinger Kreisärzteschaft Akzeptanz findet. Wir werden im Verlauf des Jahres 2014 die Arbeit und Wirtschaftlichkeit der Notfallpraxen evaluieren und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen weiterentwickeln”, so Dr. Johannes Fechner von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Die Göppinger Kreisärzteschaft kann ihr erfolgreiches Modell in der bisherigen Organisationsform weiterführen: Die Bürgerinnen und Bürger erreichen in der Notfallpraxis in der Klinik am Eichert am Wochenende und an Feiertagen zwischen 8.00 Uhr und 22.00 Uhr eine Ärztin oder einen Arzt. Für nicht transportfähige Patientinnen und Patienten steht nach wie vor ein Fahrdienst zur Verfügung, der Hausbesuche anbietet. Auch bezüglich der Finanzierung konnte eine Annäherung erreicht werden. „Wir begrüßen es, dass die Kassenärztliche Vereinigung prüft, wie sie zukünftig wirtschaftliche Modelle und damit auch das der Göppinger Notfallpraxis zusätzlich fördert und im Rahmen eines Benchmarksystems belohnen will,“ so Dr. Frank Genske, Mitglied des Vorstandes der Kreisärzteschaft.
Damit ist hier einer zentralen Forderung der Kreisärzteschaft Rechnung getragen. Die Kreisärzteschaft trägt die Reform im Grundsatz mit, übt aber Kritik an der Finanzierungssystematik. Nach den stattgefundenen Gesprächen ist der “größte Dampf” raus aus dem Konflikt. Kreisärzteschaft und Kassenärztliche Vereinigung möchten auch in Zukunft gemeinsam die Versorgung im Landkreis sicherstellen. Man wird nun erste Erfahrungen mit der Reform abwarten und gegebenenfalls Nachjustierungen angehen.


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Dr. Anne Würz
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