Neue Datenstrukturen für das Liegenschaftskataster im Landkreis Göppingen

Pressemitteilung - Die Flurstücksdaten werden künftig in einem bundeseinheitlichen Datenmodell geführt

Im Landkreis Göppingen werden seit dem 23. Februar 2013 die Daten von 180 000 Flurstücken in ein neues Datenmodell überführt. Mit dem neuen Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem ALKIS® werden künftig die Flurstücksdaten bundesweit in einem einheitlichen Datenmodell zur Verfügung gestellt. Bis Ende März 2013 soll die Umstellung im Landkreis Göppingen abgeschlossen sein.

Das Amt für Vermessung und Flurneuordnung im Landratsamt Göppingen und das Referat Vermessung der Stadtverwaltung Göppingen stellen zur Zeit gemeinsam mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg die Daten aller Flurstücke im Landkreis Göppingen auf das bundesweit einheitliche Datenmodell ALKIS® um. Kreisweit sind davon 180 000 Flurstücke und 135 000 Gebäude in 65 Gemarkungen betroffen.

"Die Umstellung ist eine große Herausforderung für uns, die uns sicherlich auch noch manches Kopfzerbrechen bereiten wird“, sagt Wolfgang Kälbling, der Leiter des Amts für Vermessung und Flurneuordnung im Landratsamt Göppingen. „Dennoch sind wir zuversichtlich, dass dank guter Vorbereitungen und einer ständigen Qualitätssicherung die Umstellung zügig erfolgen wird".

In Baden-Württemberg gibt es derzeit rund 9 Millionen Flurstücke und 6 Millionen Gebäude. Jedes der Flurstücke wird im Liegenschaftskataster mit seiner Fläche, seiner Lage und Nutzung, den Angaben zu Gebäuden und den Eigentümerangaben geführt. Damit ist das Liegenschaftskataster das einzige flächendeckende Verzeichnis aller Flurstücke in Baden-Württemberg. Durch Flurstücksteilungen, Eigentumswechsel, die Errichtung von Gebäuden sowie durch Infrastrukturmaßnahmen wie dem Bau von Straßen oder der Erschließung von Baugebieten unterliegt das Liegenschaftskataster einer ständigen Veränderung. Die Veränderungen sind durch Vermessungen zu erfassen und im Liegenschaftskataster fortzuführen. Bis zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts ist jede Veränderung an einem Flurstück im Liegenschaftskataster nachgewiesen.

Bisher bestand die Datenwelt des Liegenschaftskatasters aus zwei getrennten Datenbanken, dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB) und der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK). Beide Systeme sind in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt worden und bezüglich ihrer technischen Struktur nun „in die Jahre gekommen“. Zudem hatten die Systeme in den einzelnen Bundesländern zum Teil unterschiedliche Datenstrukturen, so dass ein Datenabruf über Ländergrenzen hinweg oft Probleme bereitete. Diese Barrieren werden mit dem neuen Informationssystem ALKIS® überwunden. Mit ALKIS® stehen die Informationen des Liegenschaftskatasters zum ersten Mal bundesweit in einem einheitlichen Datenmodell und Austauschformat bereit und Verwaltungsgrenzen stellen dann keine Datengrenzen mehr dar.

Ca. 80 % aller Entscheidungen in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft haben einen Raumbezug, sind also mit dem „Wo“ oder dem „Wohin“ verknüpft. Die ganzen Anwendungen im Bereich der modernen Visualisierung und der Navigation (Navigationsgeräte, Smartphones) sind ohne Geoinformationen, zu denen auch die Daten des Liegenschaftskatasters gehören, kaum möglich. Mit ALKIS® sind die Daten des Liegenschaftskatasters nunmehr einfacher zugänglich und bundesweit einheitlich strukturiert. Die ALKIS® -Umstellung in Baden-Württemberg bei den Landkreisen soll bis Mitte April 2013 abgeschlossen sein.

Ansprechpartner:

Amt für Vermessung und Flurneuordnung
Wolfgang Kälbling
Telefon: +49 (0) 7331 304-200
Fax: +49 (0) 7331 304-203
E-Mail

Weitere Informationen: