Amphibienwanderungen 2013 - Wanderabschnitte und Schutzmaßnahmen im Landkreis Göppingen

Pressemitteilung - Jetzt steht sie wieder an, die alljährliche Laichplatzwanderung unserer heimischen Amphibien. In feuchtmilden Nächten ist bis Ende Mai vielerorts mit massenhaften Wanderbewegungen zu rechnen.

Die meisten unserer heimischen Amphibienarten (alle sind seit Anfang 1987 besonders geschützt) zeigen ein charakteristisches, periodisches Wanderverhalten. Der Grund für die jahresperiodische Wanderung ist fortpflanzungsbedingt und liegt in der Tatsache, dass die Jugendentwicklung der Amphibien im Wasser stattfindet, die erwachsenen Tiere aber vielfach ihre Lebensräume weitab vom Wasser haben. Vor allem bei Grasfröschen und Erdkröten kommt es im zeitigen Frühjahr zu starken Wanderbewegungen. Die Tiere verlassen ihren Winterlebensraum z.B. Wälder, Gebüsche, Felsspalten, in dem sie die kalte Jahreszeit in Kältestarre verbringen, und begeben sich zu ihren angestammten Laichgewässern, also ihrer „Geburtsstätte“, um sich dort zu paaren und abzulaichen. Danach erfolgt die Rückwanderung der erwachsenen Tiere in die Sommerquartiere z.B. feuchte Wiesen, Au- und Bruchwälder. Im Herbst begeben sich die Tiere dann in ihre Winterquartiere. Die Rück- bzw. Herbstwanderung ist aber nicht so gezielt, stetig und auf eine kurze Zeitspanne beschränkt wie die Laichwanderung.

Die Tatsache, dass die Sommer- und Winterlebensräume beispielsweise der Erdkröte oft bis zu 2 km entfernt vom Laichgewässer liegen können, bedeutet, dass die Wanderwege aufgrund des bestehenden dichten Straßennetzes oft durchschnitten werden. Dies hat zur Folge, dass alljährlich sehr viele Tiere auf bestimmten Straßenabschnitten überfahren werden. Folgende Verhaltensweisen erhöhen die Gefährdung durch den Straßenverkehr: einige Amphibienarten verharren, wenn sie vom Scheinwerferlicht geblendet werden, in einer Schreckstellung; viele Arten können sich nur langsam fortbewegen. Der aufgewärmte Asphaltbelag stellt ein bevorzugtes Jagdrevier dar, da sich hier viele Insekten aufhalten. So haben Untersuchungen ergeben, dass bei einem Verkehrsaufkommen von 10 Kfz/Stunde bis zu 30% der überquerenden Kröten überfahren worden sind. Schneller Verkehr reißt auch Tiere mit, die nicht direkt überfahren werden.

Zum Schutz der Tiere wurde in den zurückliegenden Jahren im Kreis Göppingen eine ganze Anzahl von Hilfsaktionen während der Laichwanderungen durchgeführt. Zahlreiche ehrenamtliche Amphibienschützer, vor allem Mitglieder der Naturschutzverbände Bund Alb-Neckar (BNAN) und Naturschutzbund (NABU), aber auch viele freiwillige Helfer aus verschiedenen Gemeinden setzen sich Tag für Tag, genauer gesagt Nacht für Nacht, für die Rettung der Amphibien vor dem Straßentod ein. Ihre Arbeit verdient Anerkennung und Unterstützung.

Deshalb appelliert die Naturschutzbehörde an alle Autofahrer, in den nächsten Wochen auf Krötenwanderungen zu achten. Da auf verschiedenen Straßenabschnitten teilweise freiwillige Helfer tätig sind, ist langsam und vorsichtig zu fahren, um eine Gefährdung der Helfer zu verhindern. Größtenteils sind die Straßenabschnitte auch mit Warnschildern versehen.

An folgenden Straßenabschnitten im Landkreis Göppingen sind Wanderbewegungen beobachtet und teilweise Schutzmaßnahmen eingeleitet worden:

  Amphibienwanderungen (Straße): Schutzmaßnahme:
1. B 466 im Bereich Weißensteiner Steige Warnschilder
2. Straße im Roggental: L 1221 Geislingen-Eybach Richtung Steinenkirch sowie K 1499 Untere Roggenmühle-Treffelhausen Warnschilder, teilweise einsammeln durch Helfer
3. L 1147 Adelberg bei der Zachersmühle Warnschilder, stationäre Durchlässe
4. L 1075 Göppingen-Hohenstaufen stationäre Durchlässe, Warnschilder mit Geschwindigkeitsbeschränkung von 19.00 - 06.15 Uhr, Zeitraum: 01.03.-01.05.
5. L 1074 Göppingen-Hohenstaufen- Lenglingen Warnschilder mit Geschwindigkeitsbeschränkung von 19.00 - 06.15 Uhr, Zeitraum: 01.03.-10.05.
6. K 1438 Gingen-Grünenberg Warnschilder, einsammeln durch Helfer, periodischer Schutzzaun
7. K 1426 Süßen-Schlat stationäre Durchlässe und Zaun
8. K 1406 Wäschenbeuren-Wäscherhof am Wäscherhof keine
9. Gemeindeverbindungsstraße Wäschenbeuren-Lorch im Beutental Warnschilder
10. Im Bereich der Voralbhalle in Heiningen Warnschilder
11. K 1448 Bad Ditzenbach-Auendorf Warnschilder
12. K 1419 Hattenhofen-Schlierbach Warnschilder, einsammeln durch Helfer, stationärer Zaun
13. L 1218 Schlat-Deggingen-Reichenbach i.T. am Gairensattel Warnschilder
14. Straße im Nassachtal: L 1152 Uhingen-Nassachmühle bis Baiereck Warnschilder
15. Gemeindeverbindungsstraße Donzdorf-Kuchalb Warnschilder, einsammeln durch Helfer
16. Gemeindeverbindungsstraße Ottenbach-Schurrenhof Warnschilder, einsammeln durch Helfer
17. Gemeindeverbindungsstraße Salach-Staufeneck (Staufeneckstraße) Warnschilder, einsammeln durch Helfer
18. Zufahrt von Jebenhausen zur Klinik am Eichert Göppingen (Eichertstraße) Warnschilder mit Geschwindigkeits-beschränkung von 19.00 - 06.15 Uhr, Zeitraum: 20.02.-30.05., periodischer Schutzzaun, einsammeln durch Helfer
19. Zufahrt zum Parkplatz Waldecksee aus Richtung Jebenhausen Straßensperrung an Zugnächten von 19.00 - 06.15 Uhr, Zeitraum: 20.02.-30.05.
20. Zufahrt zum Schützenhaus Dürnau (Raubeckstraße) Warnschilder, einsammeln durch Helfer
21. Lindenweg zwischen Einmündung Kreisstraße Rechberghausen-Wangen (K1410) und Feldwegkreuzung nördlich Anwesen Kasper Straßensperrung von 19.00 - 06.45 Uhr, Zeitraum: 28.02. – 01.05.
22. K1429 Ortsausgang Boll Richtung Gruibingen bis zum Waldrand oberhalb der Silberpappel keine, Wanderung unregelmäßig
23. B 10 neu zwischen Eislingen und Süßen stationäre Zäune
24. Tegelbergstrasse in Geislingen einsammeln durch Helfer
25. K1425 Heiningen-Eschenbach Warnschilder mit Geschwindigkeits-beschränkung von 19.00 – 07.00 Uhr, Zeitraum: 01.03.-31.05.

Eine Übersichtskarte zur Amphiebienwanderung finden Sie unter den weiterführenden Links.



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