Wildtierbeauftragte

Warum kommen Wildtiere zu uns?


Wildtiere erobern immer mehr unseren Siedlungsraum. Vor allem zieht es sie in die Ortsrandlagen, wo sie in Mülltonnen, Gärten und Komposthaufen ganzjährig ein reiches Nahrungsangebot finden. Außerdem verfügen die Vororte über eine hohe Strukturvielfalt durch kleinparzellierte Gärten, Hecken, einzelne Bäume und Gartenhütten, die den Tieren Unterschlupf bieten und wo sie trotz der Nähe zum Menschen versteckt und abgeschirmt sind. Da sie hier auch nicht bejagt werden dürfen, fühlen sich viele von ihnen gerade in der Nähe des Menschen sicherer als in Feld und Wald.

Meistens handelt es sich um Kulturfolger. Das sind Arten wie Fuchs und Waschbär, die aufgrund ihrer Lebensraum- und Nahrungsansprüche vom Menschen profitieren. Sie zeichnen sich durch eine vergleichsweise geringe Störanfälligkeit gegenüber menschlicher Aktivität und eine hohe Anpassungsfähigkeit aus. Sie sind keine Nahrungsspezialisten sondern Allesfresser und nutzen Gebäude genauso als Unterschlupf, wie einen selbst gegrabenen Bau oder eine Baumhöhle.

Dachs
Dachs (Quelle: Stockdata.de)

Wie verhalte ich mich richtig?


Begegnungen mit Waschbären, Füchsen oder auch Mardern werden in Zukunft zu unserem Alltag gehören. Wenn dabei ein paar Grundsätze beachtet werden, ist eine gute Nachbarschaft möglich. Auf keinen Fall dürfen diese Tiere angefüttert werden. Das führt dazu, dass sie ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren und den direkten Kontakt suchen, weil sie den Menschen mit Futter verbinden.

Größere Schäden an Haus und Garten lassen sich langfristig nur vermeiden, indem man die Ursachen beseitigt, die zur Ansiedlung der Tiere führen:

  • Komposthaufen und Mülltonnen sicher verschließen.
  • Kein Katzenfutter oder andere Nahrungsreste auf der Terrasse stehen lassen, durch die Tiere angelockt werden können.
  • Zugänge (kleine Öffnungen, gekippte Fenster etc.) zu Keller und Dachboden verschließen.
  • Regenrinnen können mit Metallmanschetten ummantelt und an das Hausdach heranreichende Äste zurückgeschnitten werden, um den kletteraffinen Waschbären und Mardern den Aufstieg zu erschweren.
Steinmarder (Quelle: © Langer - Fotolia.com)
Steinmarder (Quelle: © Langer - Fotolia.com)

Sind Wildtiere gefährlich?


Grundsätzlich muss man keine Angst haben, wenn man einen Waschbär, einen Fuchs oder vielleicht sogar einen Dachs im Garten antrifft. Die Tiere sind normalerweise nicht aggressiv und können durch forsches, bestimmtes Auftreten verscheucht werden. Ein Tier hingegen, das sich in die Enge getrieben fühlt und das keine Fluchtmöglichkeit hat, wird sich natürlich verteidigen wollen. Achten Sie deshalb darauf, es nicht in eine Ecke zu drängen, sondern ihm immer die Möglichkeit zu geben, auszuweichen.

Wildschwein
Wildschwein (Quelle: Stockdata.de)

Mit der Natur leben


Die Tiere verhalten sich so, wie es ihnen entspricht: Sie suchen sich dort Nahrung, wo sie am leichtesten erreichbar ist. Sie schlafen und leben dort, wo sie sich sicher fühlen. Sie graben Löcher in den Rasen auf der Suche nach Käferlarven oder Regenwürmern, sie legen einen Bau an oder verkriechen sich auf dem trockenen Dachboden. Für uns Menschen manchmal eine ärgerliche Angelegenheit, doch auch das ist Natur. Eine Natur, die ganz offensichtlich ihren Platz in unseren urbanen Lebensräumen sucht und ihn auch findet.

Wildtiere komplett aus Wohngebieten zu vertreiben wird uns nicht gelingen. Vielmehr sollten wir bereit sein, Natur in gewissem Maß zu tolerieren und uns an der Möglichkeit erfreuen, Wildtiere beobachten und mehr über ihr Verhalten lernen zu können.

Informationen und Merkblätter

Fragen und Kontakt

Sollten Sie Fragen zu Wildtieren haben, Hilfe oder Tipps zur Vermeidung von Schäden benötigen, wenden Sie sich an das Umweltschutzamt - Wildtierbeauftragte:

Patricia Brandbeck
Tel. +49 7161 202-2266
E-Mail

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