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RS 14 – die geplante Radschnellverbindung im Filstal

"RS 14" ist die Bezeichnung der neu zu planenden Radschnellverbindung im Filstal. Im Folgenden werden diese sowie interessante Informationen zu Radschnellwegen allgemein dargestellt.

Logo des RS 14
Radschnellweg und Logo des RS 14, Quelle Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg/ Valentin Marquardt

Was ist eine Radschnellverbindung?

Radschnellverbindungen sind breite, direkte und möglichst kreuzungsfreie Verbindungen, auf denen Radfahrende jeden Alters im eigenen Tempo direkt und sicher zum Ziel kommen. Eine klare Kennzeichnung der Fahrspuren erhöht die Sicherheit und durch die Breite der Wege ist es möglich, problemlos nebeneinander zu fahren oder zu überholen. Obwohl man nicht unbedingt schneller fährt als auf herkömmlichen Radwegen, verkürzt sich die Fahrtzeit aufgrund der wenigen Stopps erheblich. Dadurch wird das Radfahren auch auf längeren Strecken attraktiv.

Deutlich mehr Menschen sollen zukünftig einen Anreiz haben ihre Wege zur Arbeit, Schule oder Ausbildung, aber auch in der Freizeit klimaschonend, gesund sowie zeit- und kostensparend mit dem Rad zurückzulegen. Damit dies Realität wird, werden Radschnellwege als neue Elemente der Radverkehrsinfrastruktur eingeführt. Der Ausbau von Radschnellwegen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität.

Zahlen, Daten und Fakten zur RS 14 im Filstal

  • Gesamtlänge: rd. 23 km
  • Anbindung von 6 Kommunen
  • RSV-Standard auf mehr als 80 % der Strecke
  • Kosten-Nutzen-Faktor: 1,7
  • Gesamtkosten: ca. 35 Mio. Euro
  • Planungskosten: ca. 4,2 Mio. €
    • davon gefördert durch Bund: ca. 3,2 Mio. €
    • davon gefördert durch Land BW: ca. 460.000 €
Streckenverlauf der Vorzugstrasse
Streckenverlauf der Vorzugstrasse aus der Machbarkeitsstudie

Meilensteinplan RS 14

Der Umsetzung von Radschnellverbindungen liegt ein differenzierter Prozess zugrunde. Von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Nutzung sind viele wichtige Schritte zu durchlaufen.

Abbildung eines Meilensteinplans für die Radschnellverbindung, Hinweis: Inhalt wird unter dem Bild angegeben
Meilensteinplan für die Radschnellverbindung
  • April 2016: Offener Brief des ADFC Kreisverband fordert Radschnellweg von Göppingen nach Eislingen
  • Dezember 2016: Auftaktveranstaltung zum "Radschnellweg Fils" im Landratsamt
  • Sommer / Herbst 2019: Fertigstellung und Präsentation der Machbarkeitsstudie
  • Herbst / Winter 2020: Hauptbeschluss: Kreis trägt gesamte Kofinanzierung
    Finalisierung Förderantrag für Bezuschussung der Planungskosten
  • Frühjahr 2021: Bewilligung der Förderung und Start der Planung: Auswahl Projektsteuerung
  • Herbst / Winter 2021: Ausschreibung und Vergabe der Planungsleistungen
  • 2022: Grundlagenermittlung und Vorplanung: Festlegung der Trasse
  • 2022 - 2024: Schaffung von Baurecht: Bebauungsplan / Planfeststellung: alle öffentlich-rechtlichen Beziehungen rechtsgestaltend gesteuert

Was ist bisher geschehen?

In einer Potenzialanalyse für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg wurden 2018 insgesamt 70 Korridore für mögliche Radschnellverbindungen identifiziert. Die Ergebnisse sind unter folgendem Link abrufbar:
www.radschnellverbindungen-bw.de.

Machbarkeitsstudie

Im Sommer 2018 stellte der Landkreis Göppingen seine Machbarkeitsstudie zu einer Radschnellverbindung im Filstal fertig: Im Rahmen einer umfassenden Variantenbewertung wurden in vier Untersuchungsabschnitten insgesamt 11 mögliche Trassenführungen untersucht und bewertet. Die Vorzugstrasse wurde im Sommer 2019 auf Basis der Variantenbewertung und in Abstimmung mit allen Beteiligten definiert. Auf dieser Grundlage wurden anschließend die Maßnahmenplanung und die Potentialanalyse durchgeführt.
Unter dem folgenden Link finden Sie die Machbarkeitsstudie.

Politischer Beschluss

In der Machbarkeitsstudie von VIA wurde zunächst die Gesamtstrecke im Unteren und Mittleren Filstal von Ebersbach/Kreisgrenze bis nach Geislingen/Steige untersucht. Diese wäre auf Basis der Kriterien für Radschnellverbindungen grundsätzlich möglich gewesen. Durch die Absage einzelner Anliegerkommunen für eine kommunale Mitfinanzierung in Höhe von 6,25% der Planungskosten und generellen Zweifeln an einer geeigneten Trassenführung im Bereich Gingen/Kuchen wurde das Projekt des RS 14 in der Folge bis nach Süßen verkürzt. Auch die Stadt Uhingen zeigte sich nicht bereit, in eine kommunale Kofinanzierung einzutreten.
Bei weiterführenden Verhandlungen mit der Landkreisverwaltung erklärte sich das Land Baden-Württemberg aber bereit, einen Demonstrationsradschnellweg entlang der alten B10 vom Neckartal kommend bis auf Höhe der Kläranlage Ebersbach auf Radschnellwegstandard auszubauen. Darüber hinaus wird das Land den weiteren Anschluss an die kommunale Radschnellverbindung in der Trägerschaft des Landkreises und der Stadt Göppingen bis einschließlich einer Filsquerung in Höhe der Querspange Ebersbach/West herstellen. Dadurch wurde der Weg für eine gemeinsame Finanzierung der Planungskosten durch Bund, Land und Landkreis für den verbleibenden Abschnitt Ebersbach/West-Süßen geebnet.
Der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags hat für das zukunftsweisende Projekt am 20. Oktober 2020 mit großer Mehrheit entsprechend die volle Kofinanzierung des restlichen Planungsaufwands beschlossen.
Bund und Land übernehmen 87,5%, für den Landkreis beläuft sich der Anteil von 12,5% der Planungskosten voraussichtlich auf rd. 300.000 €.

Wie geht es weiter mit dem Vorhaben? Was sind die nächsten Schritte?

Planung

Für die Realisierung einer Radschnellverbindung sind die standardisierten Verfahren zur Schaffung von Baurecht, Bebauungsplan oder Planfeststellung notwendig. Diese sind für die Abwägung der vielfältigen Belange und die Unterstützung von Grunderwerb relevant.

Umsetzung

Nachdem das Baurecht geschaffen wurde, kann der Bau durchgeführt werden. Dazu zählt eine detaillierte umsetzungsbezogene Planung des Baus, die Vergabe von Bauleistungen sowie die Überwachung und Betreuung. Ingenieurbauwerke wie Brücken oder Tunnel sind der (planerische und finanzielle) Kern eines Radschnellverbindungsprojekts. Sie stellen Zwangspunkte bei der Idealverbindung dar.
 
Möglich ist auch eine stufenweise Realisierung, bei der einzelne Abschnitte der Gesamtstrecke nach und nach fertig gestellt werden. Dabei ist jedoch wichtig, dass die Teilabschnitte bereits einen eigenständigen Verkehrswert haben und an das bestehende Radverkehrsnetz angebunden sind.

Betrieb

Auch der Unterhalt einer Radschnellverbindung bedarf einer sorgfältigen und frühzeitigen Organisation. Beispielsweise spielen der Räumdienst im Winter, das Freischneiden oder Mähen eine wichtige Rolle, um die Attraktivität der Strecke dauerhaft sicherzustellen.

Was zeichnet einen Radschnellweg aus?

„Radschnellwege sind eine neue Form der Radverkehrsinfrastruktur. Sie sollen Pendlerinnen und Pendlern eine komfortable und umweltfreundliche Alternative zum Auto ermöglichen. Durch die Umsetzung des Demonstrationsteilstücks zwischen Ebersbach und Reichenbach möchten wir bereits dieses Jahr die Möglichkeit geben, ein kurzes Stück Radschnellweg auszuprobieren und zu erleben“, betont Verkehrsminister Winfried Hermann MdL

In dem Erklärvideo des baden-württembergischen Verkehrsministeriums werden die Ziele von Radschnellwegen veranschaulicht.

Merkmale

Radschnellweg und Piktogramm
Fahrt auf einem Radschnellweg und Piktogramm, Quelle Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg/ Valentin Marquardt

Radschnellwege haben eine weiße Randmarkierung mit einem parallel verlaufenden grünen Begleitstrich und sind deutschlandweit einheitlich durch ein grünes Fahrradpiktogramm gekennzeichnet. In Baden-Württemberg wird dafür das Kürzel RS und eine Nummer verwendet, beispielsweise trägt die Radschnellverbindung im Filstal die Bezeichnung RS 14.

Um eine Verbindung als Radschnellverbindung ausweisen zu können, müssen die in Baden-Württemberg geltenden Qualitätsstandards auf mindestens 80% der Gesamtstrecke eingehalten werden:

  • Länge über 5 km
  • Breite mindestens 3m bei Richtungsverkehr und 4m bei Zweirichtungsverkehr
  • hohe Qualität der Fahrbahnoberfläche und geringe Steigung
  • Separation von anderen Verkehrsmitteln
  • weitgehend kreuzungsfrei (z.B. durch Über-/ Unterführungen) oder mit minimalen Wartezeiten an Kreuzungen
  • Bevorrechtigung an Knotenpunkten
  • Betriebs- und Winterdienst
  • das Potenzial liegt bei mindestens 2.000 Fahrradfahrten täglich

Was macht Radschnellverbindungen so attraktiv?

Auf Kurzstrecken bis fünf Kilometer ist das Fahrrad in der Regel das schnellste Verkehrsmittel. Statistisch gesehen verfügt jeder Mensch in Baden-Württemberg über mindestens ein Fahrrad. Durch Pedelecs und neue Antriebe wird das Radfahren auch für neue Zielgruppen attraktiver. Mit einer Verbesserung der Infrastruktur durch Radschnellverbindungen können wir dazu beitragen, dass Menschen in ihrem Alltag auch Strecken von bis zu 15 Kilometern gerne mit dem Rad zurücklegen. Der Ausbau von Radschnellwegen ist ein wichtiger Baustein für eine moderne und nachhaltige Mobilität der Zukunft und bietet viele Vorteile:

  • Zeitreduktion für Pendlerinnen und Pendler (z.B. Vermeidung von Stau)
  • positive Verkehrsverlagerungseffekte (d.h. die Verlagerung der Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel in Richtung Rad)
  • positiver Effekt für den eigenen Geldbeutel (man spart z.B. Spritkosten)
  • CO2-Reduktion: ein wertvoller Umwelt- und Klimaschutzbeitrag
  • Gesundheits- und Komfortaspekte
  • durch die konfliktfreie Führung zu anderen Verkehrsarten: höheres Sicherheitsniveau
  • Radschnellverbindungen vergrößern den durchschnittlichen Entfernungsbereich einer zurückgelegten Strecke mit dem Rad, sodass das Fahrrad gegenüber dem Auto konkurrenzfähig wird
Logo des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Logo des Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg