Zahlen, Daten und Fakten

Interaktive Landkreiskarte

Der Landkreis Göppingen stellt eine interaktive Landkreiskarte mit Informationen zur vorläufigen Unterbringung, zur Anschlussunterbringung und zur Zahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer vor Ort in den Gemeinden zur Verfügung: interaktive Karte

Interaktive Landkreiskarte
Interaktive Landkreiskarte

Zuständigkeiten bei der Unterbringung von Asylbegehrenden

Die Verteilung der Asylbewerber auf die Bundesländer erfolgt unter Anwendung des „Königsteiner Schlüssels“. Danach entfällt auf Baden-Württemberg in 2017 eine Verteilungsquote von 12,97 %. In Baden-Württemberg besteht nach den Vorschriften des Asylgesetzes (AsylG) und des Flüchtlingsaufnahmegesetzes (FlüAG) grundsätzlich ein dreigliedriges Aufnahmesystem.

Erstunterbringung

Erste Station für Asylbegehrende und die meisten sonstigen Flüchtlinge im Land sind die Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA) und die bedarfsorientierten Erstaufnahmeeinrichtungen (BEA), die von den Regierungspräsidien betrieben werden (vgl. § 44 AsylG i.V.m. § 6 FlüAG). Hier werden die Asylbegehrenden registriert und auf übertragbare Krankheiten untersucht, u. a. mit Hilfe eines Röntgengeräts. Das für die Asylverfahren zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterhält auf dem Gelände der Landeserstaufnahmeeinrichtungen bzw. in deren Nähe eine Außenstelle, welche die Asylanträge der Asylbegehrenden entgegennimmt und sie im Asylverfahren anhört.

Vorläufige Unterbringung

Von den Landeserstaufnahmeeinrichtungen aus werden die Asylsuchenden und Flüchtlinge den unteren Aufnahmebehörden bei den Stadt- und Landkreisen zugeteilt (sogenannte vorläufige Unterbringung, vgl. § 53 AsylG i.V.m. §§ 7-10 FlüAG). Dies geschieht nach einem zwischen Land und den Kommunalen Landesverbänden abgestimmten Verteilungsschlüssel. Im Monat November 2018 werden bis zu 800 Personen auf die Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg verteilt. Für den Landkreis Göppingen bedeutet dies für November 2018 eine mögliche monatliche Zuweisung von 19 Personen. In den Kreisen werden die Betroffenen bis zum Abschluss des Asylverfahrens - längstens jedoch für zwei Jahre – vorläufig untergebracht. Die Unterbringung in den Landkreisen erfolgt in Gemeinschaftsunterkünften. Gemäß § 8 Absatz 3 Satz 4 FlüAG können die unteren Aufnahmebehörden, also die Landkreise, von den kreisangehörigen Gemeinden verlangen, dass diese bei der Beschaffung geeigneter Grundstücke und Gebäude mitwirken. Aktuell sind 1.084 Asylbegehrende (Stand 31.10.2018) in 50 Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Göppingen vorläufig untergebracht.

Übersicht über die Entwicklung der Zuweisungen von Asylbegehrenden in den Landkreis Göppingen 2016-2018
Übersicht über die Entwicklung der Zuweisungen von Asylbegehrenden in den Landkreis Göppingen 2016-2018

Anschlussunterbringung

Nach dem Ende der vorläufigen Unterbringung werden die Flüchtlinge, sofern diese nicht eigenverantwortlich eine anderweitige Wohnmöglichkeit - z. B. über den freien Wohnungsmarkt - finden, innerhalb des Landkreises auf die kreisangehörigen Gemeinden in die sogenannte Anschlussunterbringung verteilt (vgl. §§ 17, 18 FlüAG). Maßgeblich ist dabei grundsätzlich der Bevölkerungsschlüssel der Gemeinden.

Besonderheit „Unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA)“

UMA sind zu den Personen in der vorläufigen Unterbringung zusätzlich ohne Anrechnung auf die Landkreisquote unterzubringen (und zu betreuen). Aktuell sind 140 UMA (Stand 31.10.2018) im Landkreis Göppingen zu versorgen.