Landkreisverwaltung Göppingen als familienbewusster und demografieorientierter Arbeitgeber ausgezeichnet

Landratsamt Göppingen zieht Bilanz der Teilnahme am Programm der FamilienForschung

Pressemitteilung - Die Landkreisverwaltung Göppingen wurde kürzlich von der FamilienForschung des Landes Baden-Württemberg mit einer Urkunde als familienbewusster & demografieorientierter Arbeitgeber ausgezeichnet.

Dies konnte Landrat Edgar Wolff in der Sitzung des Verwaltungsauschusses vom 04.07.2014 mitteilen, bei der die Verwaltung über die erfolgreichen Ergebnisse der Zusammenarbeit mit der FamilienForschung berichten konnte.

Seit dem Frühjahr 2012 hat sich das Landratsamt Göppingen als landesweiter Modellstandort im "Programm familienbewusst & demografieorientiert" der FamilienForschung Baden-Württemberg (FaFo) im Statistischen Landesamt intensiv mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschäftigt.

Die Beteiligung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Führungskräften und dem Verwaltungsauschuss des Kreistags im Frühjahr/Sommer 2012 hatte zunächst die Bereiche aufgezeigt, in denen die Balance zwischen beruflicher Tätigkeit und familiärer Unterstützung noch nicht ausgewogen war. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlicher Dezernate, dem Personalrat und der Beauftragten für Chancengleichheit, sichtete die Anregungen und Anliegen und erarbeitete auf deren Basis eine Zielvereinbarung. Die Expertinnen des Kompetzenzzentrums Beruf & Familie Baden-Württemberg der FamilienForschung haben alle Schritte begleitet und moderiert.

Nach der Beschlussfassung des Verwaltungsausschusses sowie Unterzeichnung der Zielvereinbarung im März 2013 stand das letzte Jahr ganz im Zeichen der Umsetzung der Ziele und Einzelmaßnahmen zur Weiterentwicklung der Familienorientierung und des Demografiemanagements.

Landrat Edgar Wolff hat hierzu mit seinem Auftrag zum „familienbewussten Führen" an die Führungskräfte im Landratsamt im Juni 2013 der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen hohen Stellenwert eingeräumt. Die Führungskräfte wurden intensiv geschult und das Leitbild des Landratsamts wurde um den Baustein „Familienbewusste Führung" ergänzt. Dadurch ist sichergestellt, dass dem Thema auch in Zukunft hohe Priorität zukommt.

"Wertschätzung" - ein wichtiger Bestandteil "familienbewusster Führung"​

Mit der Aufhebung der sechsmonatigen Wiederbesetzungssperre für vakante Stellen durch den Kreistag konnte im März 2013 ein wichtiger Meilenstein gesetzt werden, der eine spürbare Verbesserung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts nach sich zog.

Ergänzend wurde zwischenzeitlich ein Vertretungspool eingerichtet und aufgebaut, für den sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Interesse an Mehrarbeit haben, melden können. Ziel ist, bei Engpässen auf diesen zurückzugreifen und zeitnaher längere Personalausfälle überbrücken zu können.

In den Bereichen Arbeitszeit und Arbeitsorganisation konnten durch gezielte interne Abfragen die Akzeptanz der Arbeitszeitmodelle und der Servicezeiten sowie die Voraussetzungen zur Telearbeit hinterfragt werden. Dabei wurde eine hohe Akzeptanz der bestehenden Regelungen festgestellt.

Der Wiedereinstieg nach Familienzeiten wird dadurch verbessert, dass bereits im Vorfeld bei Bedarf intensivere Planungsgespräche stattfinden und für Eltern und Pflegende während deren Abwesenheit ein Zugang zum Intranet ermöglicht wird.

Um Beschäftigte mit Pflegeaufgaben zu unterstützen, wurde eine Veranstaltungsreihe durch die Altenhilfefachberatung und die Beauftragte für Chancengleichheit angeboten, die Wege aufzeigt, wie Beschäftigte zwischen Beruf und Betreuung von Angehörigen in Balance bleiben können. Diese soll künftig regelmäßig stattfinden.

Auch im Bereich der Ferienbetreuung für Schulkinder konnten mit Beschlüssen des Verwaltungsausschusses Erfolge verbucht werden. So konnte erstmals in den Herbstferien 2013 sowie den Pfingstferien 2014 in Zusammenarbeit mit dem Haus der Familie Göppingen eine Ferienbetreuung für Schulkinder angeboten werden. In den ersten beiden Wochen der Sommerferien 2014 findet eine Ferienbetreuung in Kooperation mit der Kreissparkasse Göppingen statt. In den Folgejahren soll dies fortgesetzt werden.

Startschuss zur Ferienbetreuung in den Herbstferien 2013
Startschuss zur Ferienbetreuung in den Herbstferien 2013

Zudem ist es jetzt offiziell möglich, Kinder in Notfallsituationen nach Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzten mit an den Arbeitsplatz zu nehmen.
 
Im hauseigenen Intranet wurde eine gesonderte Rubrik „familienbewusster & demografieorientierter Arbeitgeber" eingerichtet, die allgemeine Informationen zum Projekt und Projektstand beinhaltete. Weiter wurde das bestehende Angebot ausgeweitet und eine gesonderte Seite zur „familienbedingten Auszeit" eingerichtet. In der Außenwirkung soll die Verwendung des Programm-Logos „familienbewusst & demografieorientiert" das Engagement in diesem Bereich weiter verdeutlichen und stärken.
 
Im Bilanzworkshop haben die FamilienForschung und das Projektteam im Landratsamt das Ergebnis der Umsetzung der einzelnen Ziele und Maßnahmen beleuchtet. Trotz des teilweise erheblichen Arbeitsaufwands konnten alle 17 Einzelmaßnahmen im vereinbarten Zeitraum bearbeitet werden.
 
15 der 17 Einzelmaßnahmen in den sechs Handlungsfeldern Führung, Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Personalentwicklung, Bedarfsgerechte Services und Kommunikation sind letztlich erfolgreich umgesetzt worden. Allein die Maßnahmen „Flexible Ganztags- und Notfallkinderbetreuung und die „Mitnahme von Kantinenessen für Familienangehörige/Kinderpreise anbieten" konnten nicht (vollständig) realisiert werden.
 
Der geplante Einstieg in die betriebliche Kinderbetreuung (U-3-Betreuung) wurde vom Kreistag Anfang 2014 mehrheitlich abgelehnt, weil eine Konkurrenzsituation zur Kleinkindbetreuung in den Kommunen befürchtet wurde. Abgelehnt wurde auch die Einführung eines Kinderbetreuungskostenzuschusses. Die zunächst anvisierte Mitnahmemöglichkeit von Kantinenessen konnte aus organisatorischen und steuerrechtlichen Gründen nicht realisiert werden. Stattdessen wurde die Kantine zwischenzeitlich offiziell auch für die Mitarbeiterkinder geöffnet und mit gezielten Webemaßnahmen darauf aufmerksam gemacht.
 
Landrat Edgar Wolff freute sich über das Ergebnis des Bilanz-Workshops. „Mir ist wichtig, dass wir als Landkreisverwaltung eine Vorbildfunktion übernehmen für eine familienbewusste und demografieorientierte Personalpolitik. Mit der erfolgreichen Teilnahme als Modellstandort an diesem Programm haben wir hier einen großem Schritt getan."

Die Leiterin des Hauptamtes Brigitte Kreß, zugleich Vorsitzende des Sprengels der Hauptamtsleiter im Regierungsbezirk Stuttgart, verspürte durch die Programmteilnahme ein gestiegenes Interesse und Nachfragen anderer Landkreisverwaltungen und Arbeitgeber zu diesen Themenfeldern. Dies wurde durch die Teilnahme an überörtlichen Veranstaltungen und dortigen Vorträgen weiter gefördert. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein Schlüsselfaktor bei der Gewinnung guter Arbeitskräfte und deren Erhalt. Daran werden wir gemessen.", so Brigitte Kreß.

Der Leiter des Projekts „familienbewusst & demografieorientiert" im Landratsamt, Markus Malcher, Abteilungsleiter Personal und Ausbildung, stellte fest: „Die Landkreisverwaltung nimmt insgesamt viele positive Erfahrungen durch die Teilnahme am Programm mit. Die sehr gute Zusammenarbeit mit der FamilienForschung und das hohe Engagement aller Kooperationspartner und Projektbeteiligten ist dabei hervorzuheben."

Die Landkreisverwaltung wird auch nach Beendigung des Programms die Themen „familienbewusst & demografieorientiert" weiter verinnerlichen und vorantreiben. Diese gehen nun als Daueraufgaben in die Tagesarbeit ein.

Mögliche künftige Themen wurden beim Bilanz-Workshop mit der FamilienForschung bereits genannt. Dazu gehört die weitere Suche nach Lösungen für das Thema Kinderbetreuung, der Ausbau von Inhouse-Fortbildungen im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege, aber auch die engere Verzahnung mit dem Gesundheitsmanagement.

Ansprechpartner/in:

Hauptamt
Markus Malcher
Landratsamt Göppingen
Lorcher Straße 6
73033 Göppingen
Tel.: +49 7161 202-382
Fax: +49 7161 202-398
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