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19.08.2010 Veterinäramt und Polizei beschlagnahmen in Göppingen dreizehn Meerschweinchen, zehn Hunde, drei Kaninchen und eine Katze aus einem Wohnraum mit ca. zwölf Quadratmetern


Tierschutz - Bei einer tierschutzrechtlichen Kontrolle in einer Göppinger Wohnung fanden Veterinäramt und Polizei in einem Wohnraum mit ca. zwölf Quadratmetern insgesamt siebenundzwanzig Tiere vor. Die Tiere wurden wegen tierschutzwidriger Haltung beschlagnahmt und ins Tierheim Göppingen verbracht.

Am Vormittag des 19.08.2010 wurde die Wohnung in Göppingen durch das Veterinäramt und die Polizeidirektion Göppingen überprüft. Der Wohnraum, der durch den Urin der Tiere erheblich verunreinigt war, roch stechend nach Ammoniak. Die Meerschweinchen, von denen mindestens sechs trächtig waren, wurden in zu kleinen Käfigen und ohne Rückzugsmöglichkeit für die einzelnen Tiere gehalten. Daher wiesen mehrere Tiere eindeutige Verhaltensstörungen sowie alte und frische Bissverletzungen auf. Zeitweise drängten sich bis zu vier verängstigte Meerschweinchen in einer Ecke des Käfigs vergeblich übereinander, um den Angriffen ranghöherer Meerschweinchen zu entkommen. Auch die übrigen Tiere wurden nicht artgerecht gehalten und versorgt. Sie wurden daher mittels einer Vollstreckungsverfügung des Veterinäramts weggenommen und in ein Tierheim verbracht.

Die Tierhalter hatten bereits aus dem Jahr 2004 ein Halteverbot für Hunde und Katzen u.a. wegen einer Vielzahl von Tieren auf zu geringer Fläche sowie unzureichender Versorgung. Eine derartige Ansammlung von Tieren unter diesen Bedingungen wird als sogenanntes „Animal hoarding“, das heißt krankhaftes Sammeln von Tieren, eingestuft. Ursache hierfür sind oftmals besondere emotionale Bindungen der Halter zu den Tieren, so dass auch eine vollständige behördliche Auflösung der Tierhaltung häufig keine geeignete Lösung ist und die Tierhalter sich immer wieder neue Tiere zulegen. Die Möglichkeit einer tierschutzgerechten Haltung von nur wenigen Tieren in Abstimmung mit den Behörden haben die Tierhalter jedoch nicht wahrgenommen und ihre Tierhaltung wieder kurzfristig enorm vergrößert mit den genannten Folgen. Sie erwartet nun ein vollumfängliches Tierhalteverbot und eine Anzeige. Die beschlagnahmten Tiere werden durch das Landratsamt eingezogen und zu gegebener Zeit an zuverlässige Tierhalter weiter vermittelt.

Ansprechpartner:

Dr. Michael Pettrich
Landratsamt Göppingen
Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz
Pappelallee 10
73037 Göppingen
Telefon: 07161/202-701
E-Mail:

 

Weiterführende Links:
  • Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz
  • Tierschutz


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