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07.06.2010 Vermehrtes Auftreten von Hantavirus-Erkrankungen in Baden Württemberg


Massiver Anstieg an Hantavirus-Erkrankungen in den letzten Wochen im Landkreis Göppingen

Schon seit Dezember 2009 beobachtet das Gesundheitsamt einen starken Anstieg der Erkrankungszahlen durch Hantaviren. Bis jetzt wurden bereits 26 Fälle im Landkreis gemeldet. Dieses ist im Vergleich zu 2009 eine Steigerung um 54%.
Bis zur einundzwanzigsten Kalenderwoche wurden in ganz Baden-Württemberg 480 Erkrankungsfälle gemeldet. Im Jahre 2009 waren es im gleichen Zeitraum nur 6 Fälle.
Im Landkreis Göppingen erkrankten 18 Personen so schwer, dass sie stationär behandelt werden mussten.
Die Hantavirus-Erkrankung äußert sich wie ein grippaler Infekt mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber. Diese wird durch Kopf-, Glieder-, Bauch-, und Flankenschmerzen begleitet. Ein Teil der Patienten entwickelt ein akutes Nierenversagen und wird vorübergehend dialysepflichtig. In seltenen Fällen kann es zu der gefährlichen Blutungsneigung kommen. Dieses ist in unserem Landkreis bisher jedoch noch nicht aufgetreten. Eine Impfung gibt es bisher nicht.
Das Hantavirus wird über Nagetiere verbreitet. Diese scheiden das Virus vor allem über Kot, Urin und Speichel aus. Der Mensch infiziert sich durch das Einatmen von erregerhaltigem Staub und die Viren können in diesem Staub Tage und Wochen überleben. Die Rötelmaus ist in unserem Gebiet der Hauptüberträger. Die jetzige Häufung an Erkrankungen wird auf die hohe Anzahl an Rötelmäusen zurückgeführt, die sich im vergangenen Jahr durch die ausgeprägte Buchenmast stark vermehrt haben.
Nach Auskunft des Gesundheitsamtes war Anfang dieses Jahres in unserem Landkreis das Ansteckungsrisiko überwiegend durch Reinigungstätigkeiten im Arbeits- und Wohnumfeld erhöht. Dies liegt wohl daran, dass die Mäuse sich nach dem strengen Winter zur Nahrungssuche ins häusliche Umfeld zurückzogen und das Virus dort verbreitet haben. Die Erkrankten der letzten Wochen waren jedoch eher Spaziergänger oder Jogger, die sich im Wald aufgehalten hatten.
Sollte sich in den nächsten Tagen das Wetter bessern ist zu befürchten, dass die Erdkruste abtrocknet und vermehrt Staub mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgewirbelt wird.

Folgende Schutzmaßnahmen sollen zur Vermeidung einer Infektion getroffen werden:

  • Staubentwicklung beim Reinigen von Scheunen, Schuppen, Ställen oder verlassenen Häusern sollte dringend vermieden werden, da die Viren im Staub noch wochenlang überlebensfähig sind. 
  • Sichere Beseitigung von toten Mäusen, sorgfältige Reinigung und Desinfektion der Räume, in denen Mäuse gehaust haben. 
  • Gutes Durchlüften der Räumlichkeiten mindestens 30 Minuten vor Säuberung der Räume. 
  • Tragen von Einmalhandschuhen, Mundschutz und Schutzbrille bei der Reinigung. 
  • Tote Mäuse und Mäusekot sollen mit Desinfektionsmitteln besprüht werden. Dann sollen die Mäuse in einer Plastiktüte über den Hausmüll entsorgt werden. 
  • Auch gebrauchte Mäusefallen sollen nach Gebrauch desinfiziert werden. 
  • Lebensmittel, Wasser und Abfälle sollen immer in verschlossenen Behältern aufbewahrt werden. 
  • Niemals soll Tierfutter über Nacht draußen stehen, dieses lockt Mäuse und Ratten an. 
  • Ebenfalls sollen keine Essensreste auf dem Kompost entsorgt werden. 
  • Potenzielle Nistplätze, wie Schrottansammlungen, alte Reifen und Abfallhaufen sollen beseitigt werden. 
  • Wenn möglich, sollte im Umkreis von 30 Metern um das Haus, das Gras kurz gehalten und Gestrüpp und Unrat entfernt werden.

Für weitere Fragen steht Ihnen das Landratsamt Göppingen - Gesundheitsamt - unter der Telefonnummer 07161/202-1820 zur Verfügung.

Ansprechpartnerin:

Dr. Anca Schuster
Landratsamt Göppingen
Gesundheitamt
Willhelm-Busch-Weg 1
73033 Göppingen
Tel: 07161/202-1820
Fax: 07161/202-1850
E-Mail:



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