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S-BahnS-Bahn

Machbarkeitsstudie Landkreis Göppingen

Präsentation der Ergebnisse

In einer gemeinsamen Veranstaltung des Landkreises, des Verbands Region Stuttgart und der IHK Bezirkskammer wurden am 23.07.2007 die Ergebnisse der S-Bahn-Studien öffentlich präsentiert.

Die Gutachten untersuchen die betriebliche Machbarkeit, die tariflichen Zusammenhänge mit dem VVS und die zu erwartenden wirtschaftlichen Folgewirkungen für den Landkreis.

Download der Präsentationen

  • Modul I: Technische Machbarkeit, betriebliche Möglichkeiten, Kosten und Fahrgastpotentiale (Jürgen Mailänder, Mailänder Consult u. Dr. Volker Stötting, rmcon)
    Download (PDF) (2.677 MB)
  • Modul II: Tarifintegration des Landkreises Göppingen in den VVS - Möglichkeiten und finanzielle Auswirkungen (Thomas Hachenberger u. Thomas Hinterkopf, Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH
    Download (PDF) (715.6 KB)
  • Modul III: Wirtschaftliche Folgewirkungen eine S-Bahnverlängerung in den Landkreis Göppingen (Dr. Peter Saile, IHK Bezirkskammer Göppingen)
    Download (PDF) (165 KB)

Weitere Entwicklung

Abstimmung mit der Angebotskonzeption 2020

In der Machbarkeitsstudie S-Bahn konnten die Betriebskonzepte, die mit der Inbetriebnahme des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm zum Tragen kommen, noch nicht berücksichtigt werden. Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) wies im herbst 2009 auf mögliche Trassenkonflikte mit den aus Sicht der Gutachter möglichen S-Bahn-Varianten hin.

Die Angebotskonzeption 2020 sieht durchgebundene Regionalverkehrslinien vor, die durch den neuen Tiefbahnhof in Stuttgart (S21) möglich werden. Dadurch kommt es zu neuen Trassenbelegungen im Filstal. In der Folge wurde durch die NVBW untersucht, in welchem Umfang die S-Bahn-Betriebskonzepte dadurch betroffen sind. Die Konzeption beinhaltet neue, umlaufoptimierte Durchmesserlinien mit längeren Fahrwegen und dafür zusätzlichen direkten Fahrbeziehungen. Dadurch werden bisher nur durch Umsteigevorgänge erreichbare Ziele künftig schneller erreicht und z.T. dem früheren IR-Angebot vergleichbare Fahrrelationen wieder hergestellt. Im Knoten Stuttgart entstehen außerdem zeitlich eng aufeinander abgestimmte Umsteigeverbindungen, allerdings z.T. auf Kosten der Trassenflexibilität auf den Einzelstrecken. Der durch die Gutachter des Landes entwickelte Betriebsentwurf wird derzeit durch DB Netz hinsichtlich der Trassenverfügbarkeit geprüft. Er beinhaltet für das Filstal jeweils eine Linie des IRE, des RE und der RB im Stundentakt. Bevor die endgültige Trassenbestätigung des Netzbetreibers vorliegt, können keine abschließend belastbaren Aussagen zu den in der Machbarkeitsstudie des Landkreises vorgestellten S-Bahn-Varianten gemacht werden.

Die Ergebnisse eines Abstimmungstermins mit dem Umwelt- und Verkehrsministerium auf Basis der Vorprüfung durch die  NVBW lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Basis der Angebotskonzeption 2020 sind die neu zu schließenden Verkehrsverträge ab 2015 als Ergebnis der Ausschreibung sämtlicher Regionalverkehre. Die Laufzeit beträgt jeweils 15 Jahre und gliedert sich in einen Fahrplanabschnitt vor Inbetriebnahme und einen weiteren Abschnitt mit Inbetriebnahme von Stuttgart21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm (ab 2020).
  • Das Umwelt- und Verkehrsministerium berücksichtigt darin ausdrücklich Änderungen, die durch veränderte Angebotskonzepte (z.B. mit S-Bahn) im Filstal zum Tragen kommen könnten. Diese ist dann der Fall, wenn der Landkreis Göppingen ergänzende Verkehre mit dem Aufgabenträger Land vereinbart.
  • Die Angebotskonzeption 2020 umfasst die Zuggattungen InterregioExpress (IRE), RegionalExpress (RE) und RegionalBahn (RB). Alle sind im Filstal mit S21/Neubaustrecke im Stundentakt fahrbar und werden mit dieser Maßgabe auch ausgeschrieben. Dadurch wird der IRE-Verkehr (Regelhalte Göppingen und Geislingen) im Filstal mit der Konzeption 2020 von einem erweiterten 2-Stunden-Takt (heute) künftig auf einen Stundentakt ausgedehnt und komplett mit Doppelstockgarnituren der neuesten Generation gefahren, die im Zuge der Neukonzeption bestellt werden. Die RE-Züge verkehren auch künftig im Stundentakt. Der zusätzliche Halt Uhingen kann bestehen bleiben. Damit ist der Landkreis Göppingen auch mit Stuttgart21/Neubaustrecke mit Blick auf die „schnellen“ Systeme (IRE und RE) gut bedient. Hinsichtlich der IRE-Verbindungen ergibt sich für Göppingen und Geislingen sogar eine deutliche Verbesserung des Angebots.
  • Die Regionalverkehre werden im neuen Tiefbahnhof Stuttgart künftig durchgebunden und landesweit vernetzt. So wird beispielsweise eine direkte IRE-Linie Karlsruhe-Stuttgart-Ulm-Lindau geschaffen. Im Regionalverkehr verbessern sich die Anschlüsse auf den ICE-Knoten in Stuttgart und damit die Gesamtreisezeiten. Allerdings sind die optimierten Fernverkehrsanschlüsse mit veränderten Taktlagen (IRE und RE) gegenüber dem Status quo verbunden.
  • Bezüglich der reinen Nahverkehrsbedienung im Filstal (mit Halt an allen Stationen zwischen Plochingen und Geislingen) sind künftig neben den schnellen Systemen IRE und RE stündlich zwei Fahrplanlagen fahrbar. Entgegen der Annahme in der Machbarkeitsstudie S-Bahn Landkreis Göppingen ergäbe sich jedoch kein minutenreiner Halbstundentakt der S-Bahn (entsprechend Variante1), sondern ein sogenannter "Stolpertakt". Im Gegenzug wird davon ausgegangen, dass die bisher unterstellten Standzeiten in Plochingen (sog. „Qualitätspuffer“ von bis zu 8 Minuten) reduziert werden können.
  • Deutlich günstigere Taktzeiten ließen sich in Form eines Kombi-Modells, bestehend aus einem Stundentakt der S-Bahn bis Geislingen (S1-Zwischentakt) und einer dazu halbstündlich versetzten „Regional-S-Bahn“ erzielen. Letztere würde als RB mit beschleunigungsstarken, den S-Bahn-Garnituren vergleichbaren Elektrotriebzügen ab Geislingen mit allen Halten im Filstal gefahren und ab Plochingen schnell in den Hauptbahnhof Stuttgart (nicht S-Bahn-Tunnel) durchgebunden.
  • Die generelle Option für einen Vorlaufbetrieb (S-Bahn-Stundentakt im Sinne der Variante 5 der Machbarkeitsstudie) bleibt von den weiteren Anpassungen durch S21 und die Neubaustrecke unberührt.
  • Garantien hinsichtlich der Auswirkungen auf die Fernverkehrsanschlüsse gibt es weiterhin keine. Die DB Projektbau hat im Zuge der Planfeststellungsverfahren stets betont, auch künftig eine Fernverkehrsverbindung im Filstal zu belassen. In wie weit diese Linie qualitativ den heutigen IC/EC-Halten in Göppingen und (teilweise) Geislingen entsprechen wird, bleibt offen. Auf das tatsächliche Angebot des eigenwirtschaftlich betriebenen Fernverkehrs besteht kein direkter Einfluss. Das Land und DB Netz bestätigen aber, dass der Verbleib einer IC-Linie im Filstal fahrplantechnisch mit der Angebotskonzeption 2020 vereinbar ist.

DB Netz und die NVBW stellen ausdrücklich fest, dass bei der Feinjustierung der Planungen zum Regional- und Nahverkehr nach wie vor Verschiebungen im Minutenbereich wahrscheinlich sind. Auch ist derzeit noch nicht bewertet, in wie weit sich die Taktlagen der unterschiedlichen Zuggattungen zueinander auf die künftige Nachfrage auswirken.

Die abschließende Prüfung der Vereinbarkeit eines S-Bahn-Betriebs mit den Betriebskonzepten im Zuge der Angebotskonzeption 2020 soll bis Mitte 2011 vorliegen. Erst im Anschluss kann über weiter zuverfolgende Varianten und eine Nutzen-/Kostenuntersuchung entschieden werden.

Amt, Ansprechpartner

Amt für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur

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