![]() Bildautor: Luka Alagiyawanna
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Zecken und deren übertragbare Krankheiten
Eine Information Ihres Gesundheitsamtes
Die Zecke, ein Blutsauger auf acht Beinen
Über den Stichkanal geben Zecken mit dem Speichel Substanzen ab, die die Einstichstelle betäuben, das Gewebe auflösen und die Blutgerinnung verhindern. Über den Speichel können auch Krankheitserreger in die Wunde gelangen. Dabei sind vor allem zwei durch Zecken übertragbare Erkrankungen für den Menschen von Bedeutung: Die von Bakterien ausgelöste Lyme-Borreliose und die virale Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die Viren der Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME) verursachen eine Gehirnhautentzündung. Die Bakterien der Lyme-Borreliose hingegen schädigen das Nervensystem sowie die Gelenke und die Muskeln.
Was tun, wenn die Zecke zugestochen hat?
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen (geschlossene Kleidung, helle Kleidung um die Zecke schnell zu erkennen) lassen sich Zeckenstiche nicht immer vermeiden. Stellt man fest, dass sich ein Zecke bereits in die Haut eingestochen hat, ist diese schnellst möglichst zu entfernen.

(Bildautor: Kai Anders)
Tipps zur Zeckenentfernung
Um die Zecke aus der Haut zu ziehen, muss ein Widerstand überwunden werden: Die Zecke haftet durch die Widerhaken am Stechrüssel in der Haut. Ein Drehen beim Entfernen ist nicht notwendig.
Ein Quetschen der Zecke sollte soweit wie möglich vermieden werden, da so Erreger in den Stichkanal gedrückt werden können.
Mit einer spitzen Pinzette wird der Zeckenkörper so nah wie möglich an der Haut gegriffen und langsam von der Einstichstelle weggezogen.
Ein Steckenbleiben des oft als "Kopf“ bezeichneten Stechrüssels in der Haut hat keinen Einfluss auf die Erregerübertragung, da es sich hierbei lediglich um einen massiven Chitinzapfen handelt.
Impfempfehlung und Antibiotika
Personen, die in den gefährdeten Regionen viel im Wald und Flur unterwegs sind, sei es in der Freizeit oder bei der Arbeit, sollten sich durch eine aktive Impfung vor der durch Zecken übertragenen FSME schützen. Die im allgemeinen gut verträgliche dreimalige Impfung schützt 5 Jahre lang vor der gefährlichen Viruskrankheit. Um den Impfschutz aufrecht zu erhalten, ist dann wieder ein Auffrischimpfung erforderlich.
Impfpass mit FSME-Impfnachweis
Gegen Borreliose ist derzeit in Europa keine vorbeugende Impfung möglich. Die Lyme-Borreliose lässt sich jedoch, anders als die FSME, bei rechtzeitiger und ausreichender Gabe von Antibiotika in der Regel gut behandeln. Ein Hinweis auf eine Borrelieninfektion ist, eine Rötung um die Einstichstelle. Auch das schnelle und fachgerechte Entfernen von Zecken (siehe oben) bietet einen gewissen Schutz vor Borreliose. Die Borrelien sitzen vor allem im Mitteldarm der Zecke. Nach Beginn der Blutmahlzeit dauert es ca. 12 Stunden, bis sie von dort auf den Menschen übertragen werden. Frühzeitiges Entfernen minimiert also das Risiko einer Borrelienübertragung.
Ob eine Zecke Träger der Borrelien ist und eine Antibiotikagabe erforderlich ist, lässt sich durch einen Untersuchung der Zecke feststellen. Das Landesgesundheitsamt in Stuttgart bietet diese Untersuchung zu einem Preis von 25,00 € an. Dafür ist die Zecke in einem geschlossenen Umschlag an das Regierungspräsidium Stuttgart, Landesgesundheitsamt, Nordbahnhofstraße 135, 70191 Stuttgart, Tel. 0711/904-35000 zu senden.
Weiterführende Infomationen über Zecken
- Pressemitteilung zu FSME-Erkrankungen in Baden-Württemberg vom 10.05.2011 (40.2 KB)
- Zeckenseite beim Forstamt Göppingen
- Robert-Koch-Institut
- Friedrich-Loeffler-Institut
- Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart
- Gesundheitsforum Baden-Württemberg
- Borreliose-Bund e. V.
- Zeckenbiss-Borreliose
- Zeckenschule
- Zecken.de
- Zecken.info
- Zeckenlabor
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