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Engerlinge im Komposthaufen

Genaue Bestimmung der Larven ist notwendig - Larven des Gold-Rosenkäfers in der Regel harmlos

Wie kann man sie unterscheiden?

Larven des Gold-Rosenkäfers
Gold-Rosenkäfer; Foto: Dr. Merz, LTZ

Gold-Rosenkäfer auf Rosenblüte
Larven des Gold-Rosenkäfers; Foto: Dr. Merz, LTZ*

*Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg, LTZ; vormals Landesanstalt für Pflanzenschutz, Stuttgart LfP

Beim Umsetzten des Komposthaufens im Hausgarten stößt der Hobbygärtner oft auf große weißliche Larven. Man muss nicht gleich zu drastischen Maßnahmen greifen! Ein genaues Hinschauen lohnt, um eine sehr schöne Käferart zu schonen: Cetonia aurata  (Gold-Rosenkäfer, Goldgrüner Rosenkäfer oder Goldglänzender Rosenkäfer). Er gehört zu den geschützten Blatthornkäfern (Scarabaeiden).

Der wissenschaftliche Gattungsname Cetonia kommt aus dem Altgriechischen und lässt sich mit "Metallkäfer" übersetzen. Der Artname aurata ist lateinischen Ursprungs und meint "vergoldet". Dieser Käfer wird aber leider immer seltener in unseren Gärten und in der freien Natur angetroffen. Die Ursache liegt hauptsächlich in den zurückgehenden Lebensräumen. Obwohl sich die Käferlarven am liebsten im Totholz abgestorbener Bäume entwickeln, finden wir sie auch in unserem Komposthaufen im Garten.

Wer diese Larven findet, sollte sie also auf keinen Fall abtöten oder entsorgen. Idealerweise verschließt man den Fundort mit Kompost oder Laub und lässt der Natur ihren freien Lauf. Falls dies nicht möglich ist und der Kompost trotzdem verwendet oder umgesetzt werden soll, kann man die Larven vorsichtig an einen ungestörten Platz verbringen (z. B. in den Mulm eines verrotteten Baumstamms am Waldrand. Idealerweise in die Nähe von Laubbäumen wie Eichen, Pappeln und Weiden. Die Larven sind nicht in der Lage, Holz von gesunden Bäumen zu verwerten. Deshalb wird diese Käferart als harmlos eingestuft. Falls es aufgrund günstiger Bedingungen zu einem vermehrten Käferflug im Frühjahr kommt, können schon mal die Blüten im Garten "angeknabbert" werden. Zur gelegentlichen Kost der Käfer zählen Rosenblüten, Geißblatt und Schneeball-Arten. Ferner Weißdorn, Holunder, Ebereschen und Flieder. Ebenso selten stehen Blüten von Obstbäumen auf dem Speiseplan der erwachsene, geschlechtsreifen Tiere. Man kann die minimalen Fraßschäden einfach tolerieren und sich an der Schönheit dieser Käfer freuen. Auf keinen Fall Pflanzenschutzmittel einsetzen!

Die Larven der Blatthornkäfer werden übrigens allesamt  "Engerlinge“ genannt. Wie kann man sie unterscheiden?

Die verschiedenen Larvenarten lassen sich anhand von Borstenfeldern und Dörnchenreihen am Ende des Hinterleibs unterscheiden (siehe Poster). Diese Methode ist aber für einen Laien nicht einfach. Die Larven der Mai- Juni- und Rosenkäfer kann man auch einfacher unterscheiden: Man legt die Larve auf eine ebene Unterlage oder die flache Hand. Die Larve des Maikäfers bleibt gekrümmt in Seitenlage und versucht sich so fortzubewegen. Larven von Junikäfer strecken sich und können wegkriechen. Auch Rosenkäferlarven, sind in der Lage, sich zu strecken. Sie bewegen sich jedoch auf dem Rücken fort.

Poster im PDF-Format

  • Häufige Blatthornkäfer in Baden-Württemberg (PDF) (72.5 KB)
  • Schädliche und nützliche Blatthornkäfer (PDF) (595.7 KB)
  • Bekämpfung von Blatthornkäfern (PDF) (183.7 KB)

 

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