Maissorten-Besichtigung am 16.08.2007

Bei dem vielfältigen Angebot an Maissorten auf dem Markt wird es für den Landwirt immer schwieriger sich für die richtige Sorte zu entscheiden.
Um einen Überblick über die aktuellen Maissorten zu geben veranstaltete am 16. August 2007 Bernhard Schmid vom Landwirtschaftsamt Göppingen gemeinsam mit den vier Züchterfirmen Agromais, DEKALB, LG und RAGT eine Maissorten-Besichtigung in Albershausen.
Nicht nur auf dem Versuchsfeld von Hans und Martin Frey in Albershausen, auch in der ganzen Region, waren die Anbaubedingungen für Mais dieses Jahr nicht optimal.
Hitze und Trockenheit im April bis Anfang Mai haben die Saatbeetvorbereitung erschwert und verzögert, so dass der Mais erst Anfang Mai auf dem Versuchsfeld in Albershausen in den Boden gebracht wurde. Auch nach leichtem Hagel hat sich die Maiskultur gut weiterentwickelt, so dass der Präsentation der 14 angebauten Maissorten nichts mehr im Wege stand. Rund 60 Landwirte zeigten reges Interesse an der Veranstaltung.
Die Vertreter der jeweiligen Züchterfirmen stellten ihre Sorten und deren Charakteristik in interessanten und informativen Kurzvorträgen vor.
Im Vordergrund stand neben den verschiedenen Nutzungsrichtungen wie Körnermais, CornCobMix (CCM), Silomais und Energiemais auch die Reifezahl. Die Reifezahl *, die je nach Maissorte individuell ermittelt wird.
Wichtige Eigenschaften für wirtschaftlichen CCM - und Körnermaisanbau ist ein überdurchschnittlicher Kornertrag und Stärkegehalt. Ebenso ist eine gute Abreife des Kolbens bzw. der Feuchtigkeitsentzug aus dem Einzelkorn maßgebend.
Der Silomais, einer der wichtigsten Futterkomponenten in der Rinderfütterung, überzeugt durch eine optimale Kombination von Stärke, Verdaulichkeit und Energiedichte.
Aufgrund klimatischer Veränderungen steigt der Bedarf an Maissorten, die kälte- und trockentolerant sind.
Mais als Rohstoff gewinnt immer mehr an Bedeutung im Bereich der erneuerbaren Energien. In der Landwirtschaft wird Mais nun verstärkt zur Biogas - und Ethanolgewinnung angebaut. Dafür eignen sich speziell gezüchtete Sorten, die später abreifen und einen hohen Masse- bzw. Methanertrag erzielen. Die Nachfrage nach Sorten für Biogasanlagen steigt.
In den nächsten Jahren wird der Trend zu immer leistungsstärkeren Maissorten, unabhängig von der Nutzungsrichtung, ein wichtiges Thema bleiben.
* Die Reifezahl gibt an wie früh oder spät der Mais geerntet werden kann, abhängig vom Standort. Dabei werden drei Reifegruppen unterschieden. Früh bis 220, mittelfrüh 230-250 und mittelspät bis spät ab 260. Die Körner unterscheiden sich in der Reife von der Restpflanze (Grünmasse), daher wird zwischen Siloreife und Körnerreife unterschieden. Je nach Verwendungszweck wird entsprechend der Reifezahl für Silomais und Körnermais ermittelt. Ist bei einer Maissorte die Siloreifezahl höher als die Körnerreifezahl bleibt die Restpflanze länger grün. In unserer Region werden je nach Verwendungszweck Maissorten mit einer Reifezahl von 220-280 angebaut.
Martina Buck
