Umweltgerechte Produktion im Gartenbau
Produktion von Beet- und Balkonpflanzen
Beispielsbetrieb

Wassersparende und bedarfsgerechte Bewässerung im sogenannten "Ebbe-Flut-System" . Wasser wird auf die Gewächshaustische gepumpt. Die Topfballen saugen sich voll.

Nach einigen Minuten wird überschüssiges Wasser abgepumpt und in Wasserbehälter unter den Tischen aufgefangen. Die Pflanzen können damit bedarfsgerecht versorgt werden und es entstehen praktisch keine Wasserverluste. Für die Einrichtungen (Ebbe-Flut-Tische, Pumpen, Wasserbehälter) sind allerdings erhöhte Investitionen notwendig.

Um zu verhindern, dass Heizwärme nach oben in den Dachraum und anschließend nach außen entweicht, wird der beheizte Luftraum durch eine eingezogene Abtrennung abgeschirmt. Damit kann die Heizenergie nachts besser im Gewächshaus gehalten werden. Durch das Öffnen des sogenannten "Energieschirms" am Tage wird sichergestellt, dass möglichst viel Licht für das Pflanzenwachstum zur Verfügung steht. Energieschirme können bis über 30% Einsparung erreichen.

Energieeinsparung durch doppelte Verglasung. Kurzwellige Strahlung (Licht) fällt ins Gewächshaus ein und wird als langwellige Strahlung (Wärme) zurückgestrahlt. Die Gewächshauskonstruktion soll diese Wärmestrahlung und auch die teure Heizenergie zurückhalten. Deshalb werden die Außenwände des Gewächshauses besonders gedämmt. Die doppelte Verglasung kann die Wärmeverluste um bis zu 30% bezogen auf die isolierte Fläche reduzieren.

Energieeinsparung durch Klimaführung mit dem "Klimcomputer". Mit elektronischen Fühlern werden ständig Messungen (Temperatur und Luftfeuchte) im und außerhalb des Gewächshauses durchgeführt. Anhand dieser Daten kann der Gärtner mit Hilfe eines Klimacomputers das Klima steuern: Die Temperatur und Luftfeuchte wird im Optimalbereich der Pflanzen gehalten, der Einsatz von Heizenergie wird reduziert (5 - 10 % Einsparungspotential).

Um die Versorgung der Kulturen mit Nährstoffen sicherzustellen, werden dem Bewässerungswasser regelmäßig Nährstoffe zudosiert. Da der Nährstoffbedarf in engem Verhältnis zum Wasserbedarf der Pflanzen steht, ist somit die Versorgung mit angepassten Nährstoffmengen sichergestellt. Überschüssiges Wasser und Nährstoffe werden gesammelt und wiederverwendet. Bedarfsgerechte Versorgung der Pflanzen und Schonung der Umwelt werden dadurch vereint. Allerdings müssen hierfür teure Einrichtungen (Dosiergerät, Wasserbehälter) und teurere Düngerformen angeschafft werden.

Dickmaulrüßler sind Käfer, die Zierpflanzen schädigen. Ihre Larven fressen an den Wurzeln, die erwachsenen Tiere an den Blatträndern von Efeu. Um die Larven ohne chemischen Pflanzenschutz bekämpfen zu können, werden Fadenwürmer (Nematoden) aus einer Nützlingszucht ausgebracht. Die Nematoden parasitieren die Käferlarven. Die Larven sterben.
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