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Blauzungenkrankheit

Erster Ausbruch in Deutschland

Ausbreitung in Europa

In der Bundesrepublik Deutschland ist erstmalig die Blauzungenkrankheit (Bluetongue Disease) aufgetreten.

Nachdem am 17. August 2006 die Seuche in den Niederlanden, und damit erstmalig in Nordeuropa, sowie am 18. August 2006 in Belgien in insgesamt 11 beziehungsweise 16 Fällen festgestellt wurde, sind inzwischen auch in Deutschland 20 Fälle amtlich bestätigt, wobei sich das Krankheitsgeschehen derzeit noch auf Gemeinden im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen beschränkt.

Übertragung

Die Blauzungenkrankheit ist eine Tierseuche für die in Deutschland Anzeigepflicht besteht und die mit hoheitlichen Maßnahmen bekämpft wird.

Die Übertragung dieser durch ein Orbivirus (Reoviridae) hervorgerufenen Viruserkrankung der Wiederkäuer erfolgt durch Stechmücken (Culicoides-Arten), beziehungsweise mittels Blut oder Sperma. Zwischen Säugetieren beziehungsweise auf den Menschen ist sie jedoch nicht übertragbar. Rinder erkrankten bislang selten, stellen jedoch das Hauptreservoir dar.

Symptome

Die typischen klinischen Anzeichen sind Schwellungen (Ödeme), insbesondere der blau verfärbten Zunge (Name), Schleimhautgeschwüre, Aborte und Veränderungen am Kronsaum der Klauen. Diese Erscheinungen waren bislang hauptsächlich beim Schaf anzutreffen. Todesfälle, insbesondere bei Jungtieren, sind häufig.
Ungewöhnlich für die jetzigen Seuchenfälle ist die niedrige Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate bei Schafen. Zudem erkrankten bis jetzt schwerpunktmäßig Rinder bei deutlichen klinischen Symptomen.
Die Zeit zwischen Ansteckung uns ersten Krankheitsanzeichen liegt zwischen 5 und 20 Tagen nach erfolgter Infektion. Die Haupterkrankungszeit liegt in der Periode des Insektenflugs zwischen Juni bis Ende November.

Diagnose

Als wichtigste Differentialdiagnose ist die Maul- und Klauenseuche zu nennen.

Eine ausschließliche klinische Diagnose ist derzeit nicht möglich. Die endgültige Diagnose wird mittels Blutuntersuchung beziehungsweise durch virologische Methoden gestellt. Die Labordiadnostik ist bislang ausschließlich dem Friedrich-Loeffler-Institut, Standort Insel Riems als nationalem Referenzlabor beziehungsweise dem gemeinschaftlichen Referenzlabor in Pirbright (UK) vorbehalten.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Bedeutung dieser Erkrankung liegt insbesondere in den wirtschaftlichen Auswirkungen infolge des Verbringungsverbotes von Wiederkäuern aus den sehr groß angelegten Schutzzonen (mindestens 100 km plus einer daran anschließenden Überwachungszone von nochmals mindestens 50 km) und der Untersagung des innergemeinschaftlichen Handels für Wiederkäuer und deren Sperma, Eizellen und Embryonen.

Weitere Informationen

  • Tierseuchen - Blauzunge 

Externe Links:

  • Department for Environment, Food & Rural Affairs (engl.)
  • FAQ's Animal Production and Health Division (engl.)
  • Animal and Plant Health inspection Service (engl.)
  • Wikipedia

Amt, Ansprechpartner

Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz

Ansprechpartnerinnen und Anprechpartner nach Zuständigkeit

 



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