Zugverkehr Stuttgart-Ulm
Filstaltakt
Was ist der Filstaltakt?
Der Landkreis Göppingen wird in der Verkehrsachse des Filstals, in der sich rund zwei Drittel seiner Bevölkerung konzentrieren, von der Bahnlinie Stuttgart-Ulm durchzogen (Kursbuchstrecke 750). Die Bahnhöfe Göppingen und Geislingen werden neben dem Nahverkehr auch von Schnellzügen (D) und Inter-/Eurocity-Zügen bedient. München und die Rheinschiene (Karlsruhe bzw. Mannheim) sind in mehreren Fahrlagen direkt angebunden.
Der historische Schienenstrang über die Geislinger Steige zählt zu den am stärksten ausgelasteten Strecken Deutschlands. Die Deutsche Bahn AG ist bestrebt, die Achse Paris - München - Wien durch Hochgeschwindigkeitsstrecken wesentlich zu beschleunigen. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzepts ist die Neubaustrecke Stuttgart - Augsburg in Kombination mit dem Großprojekt "Stuttgart 21" (Neubau eines unterirdischen Hauptbahnhofs). Mit ihr soll die bestehende Filstalbahn entlastet werden, die heute neben ICE und IC/EC auch den Güterverkehr und den gesamten Schienenpersonennahverkehr zwischen Stuttgart und Ulm trägt.
Der Filstaltakt wurde durch den Landkreis in enger Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg und der Deutschen Bahn AG 1995 als modernes integrales Nahverkehrsangebot auf der Schiene eingerichtet. Es wird durch die bestehenden Fernverkehrsangebote der DB (IC/EC, D, NZ) mit ihren Halten in Göppingen und Geislingen ergänzt. Der Landkreis unterstützt die Verkehrsangebote im Filstaltakt durch seine Beteiligung an den Betriebskostendefiziten (2004: € 1 Mio., 2005: € 0,5 Mio.):
- InterRegioExpress (IRE) im 2-Stunden-Takt
- RegionalExpress (RE) Stuttgart-Ulm im Stundentakt
- RegionalBahn (RB) Stuttgart-Plochingen-Geislingen bzw. Geislingen-Ulm im Stundentakt
In den Spitzenverkehrszeiten verkehren ergänzende RegionalBahnen, z. T. mit schneller Durchbindung nach Stuttgart Hbf. Mit der Einführung des Filstaltakts wurde das Wagenmaterial weitgehend modernisiert (RB) oder durch neue Doppelstockwaggons (RE) ersetzt. Die Einheiten der RegionalBahnen werden zunehmend durch moderne Elektrotriebwagen in S-Bahn-Niveau ersetzt. Auch der IRE wird in der Regel mit modernen Doppelstockwaggons gefahren. Im Zuge der Sparmaßnahmen des Landes gibt es seit dem Jahresfahrplan 2005 landesweit Bedienungseinschränkungen in den Schulferien. Im Landkreis Göppingen sind hiervon die Regionalbahn Ulm-Geislingen und die Regionalbahn Göppingen-Plochingen betroffen. Bitte beachten Sie die Ausnahmezeiten.
Das Gesamtangebot auf der Filsbahn wurde in der Vergangenheit immer wieder durch Kürzungen der DB im Bereich des Fernverkehrs gefährdet. Der Landkreis Göppingen kämpft für den Erhalt leistungsfähiger und fahrgastorientierter Direktverbindungen im Fernverkehr. Sowohl Göppingen als auch Geislingen müssen überregional in das Fernverkehrsnetz der DB eingebunden bleiben. Derzeit wird der Bahnhof Göppingen nahezu zweistündlich mit IC/EC-Zügen der Relation München-Karlsruhe-(Paris) bedient. Einzelne Zugpaare halten in Tagesrandzeiten auch in Geislingen.
Erhebliche Einschnitte brachten die im Juni 2006 beschlossenen Kürzungen der Regionalisierungsmittel des Bundes zu rechnen, die z.T. durch das Land weitergegeben wurden und zu Einschränkungen im RegionalBahn-Verkehr führten. Betroffen war insbesondere der Raum Geislingen-Ulm. Durch stringente Nachverhandlungen der kommunalen Seite revidierte die NVBW in Zusammenarbeit mit DB Regio im Anschluss die Entscheidungen in nennenswertem Umfang. Insbesondere der zuvor gestrichene IRE mit Abfahrt 20.02 Uhr in Stuttgart Hbf konnte im Dezember 2007 wieder in den Fahrplan aufgenommen werden. Ermöglicht wurde dies u.a. durch eine Neuorganisation des Wochenendverkehrs (zweistündige Zusammenlegung von RE und RB).
Zum 14.12.2008 erfolgte außerdem eine Neuordnung des RE-Verkehrs zwischen Stuttgart und Ulm. Durch den Einsatz der leistungsfähigen und beschleunigungsstarken Baureihe 146 konnten zum Fahrplanwechsel neue RE-Halte in Faurndau, Uhingen und Reichenbach/Fils (LK Esslingen) eingerichtet werden. Die Gesamtreisezeit verlängert sich trotz der zusätzlichen Stationen nur um 2 Minuten. Zeitgleich entfällt die im 2-Stunden-Takt verkehrende "kleine" RegionalBahn zwischen Göppingen und Plochingen. Neu kommt eine Spätverbindung ab 0.22 Uhr ab Stuttgart Hbf zum Einsatz, die in den Nächten Sa/So und So/Mo zusätzlich über Geislingen hinaus bis Ulm durchgebunden wird.
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Amt für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur
DB Regio AG Region Baden- Württemberg
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