Präventiver Kinder- und Jugendschutz
Kreisjugendamt Göppingen
Worum es geht
Prävention kommt potenziellen Gefährdungen zuvor, setzt also im Vorfeld einzelner Probleme an. Prävention will Bedingungen schaffen, damit Kinder und Jugendliche in angemessener Weise mit Gefährdungen umgehen. Dabei geht es hauptsächlich um die Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die die Basis für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen darstellen. Jugendschutz richtet sich somit an alle, die mit der Erziehung von Kindern und Jugendlichen befasst sind oder durch ihr Handeln und durch ihre Entscheidungen das gesellschaftliche Zusammenleben gestalten und beeinflussen.
Tätigkeitsschwerpunkte
Im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes ergeben sich folgende Tätigkeiten:
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Beratung über Themen des Kinder- und Jugendschutzes (z.B. Medien, Gewalt, Jugendschutzgesetz etc.)
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Informationen über gefährdende Einflüsse
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Pädagogische Angebote für Eltern, Erzieher/-innen, Lehrer/-innen und andere pädagogische Fachkräfte
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Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Einrichtungen und Institutionen, in denen die Belange von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen.
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Projektarbeit
Informationen zu den "Neuen Medien"
Der Computer, das Internet und auch das Handy sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie sind universale Geräte, die ungemein hilfreich, interessant aber auch gefährlich für uns und unsere Kinder sein können. Ziel der Medienerziehung ist es, dass Kinder lernen, mit den Möglichkeiten des Computers und des Internets umzugehen ohne ihnen zu verfallen.
Tipps für die PC- und Internetnutzung:
- Lassen Sie Ihr Kind die ersten Male nicht alleine ins Internet. Besuchen Sie gemeinsam Seiten, die für Kinder geeignet sind.
- Interessieren Sie sich für das, was Ihr Kind im Internet macht, reden Sie vertrauensvoll darüber statt Ihrem Kind hinterher zu spionieren.
- Am Ende der Grundschulzeit werden die meisten Kinder bereits so kompetent sein, dass sie sich freier im Netz bewegen können. Gewöhnen Sie deshalb Ihr Kind an die Möglichkeiten, mit Bookmarks oder Lesezeichen zu surfen. Begleiten Sie Ihr Kind, wenn es neben den Kindersuchmaschinen auch allgemeine Suchmaschinen ausprobieren will. Sie können zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen treffen und eine spezielle Filtersoftware installieren. Aber: Kein Filterprogramm garantiert absolute Sicherheit und oft werden darüber hinaus unproblematische Inhalte sowie gute Kinderangebote ausgefiltert.
- Auf technischen Schutz allein sollten Sie sich also nicht verlassen. Mindestens ebenso wichtig ist es, mit den Kindern über die Gefahren des Internets zu sprechen und Regeln festzulegen. Machen Sie Ihrem Kind z.B. eindringlich klar, dass es niemals den richtigen Namen, die Adresse oder Telefonnummer weitergeben und sich nie ohne Ihre Erlaubnis oder eine zuverlässige Begleitung mit einer Online-Bekanntschaft treffen darf. Sollte Ihr Kind dennoch auf problematische Seiten gestoßen sein, können Sie dann den Problemen gemeinsam begegnen.
- Laut Jugendmedienstudie (JIM) sind etwa ein Drittel der 12- bis 19-Jährigen Onliner schon einmal mit pornografischen, rechtsextremen oder stark gewalthaltigen Internetangeboten in Berührung gekommen. Außerdem können Heranwachsende unangenehme Beleidigungen oder Belästigungen im Chatraum erleben. So sind ein Drittel der Jugendlichen schon mehrmals auf unangenehme Menschen im Chatraum gestoßen. Sprechen Sie deshalb gemeinsam über Erlebnisse im Chat, beim Surfen oder beim Online-Spielen.
- Erklären Sie ihrem Kind, dass es Inhalte und Angebote im Internet kritisch beurteilt – Informationen werden oft mit bestimmten Absichten bereitgestellt. Oft wird versucht, mit Tricksereien Geld zu verdienen.
- Informieren Sie sich selbst, lassen Sie sich auch von Ihrem Kind zeigen „wie es geht“.
- Vereinbaren Sie vorher feste Regeln für die Benutzung des Computers und des Internets.
- Verwenden Sie Medien nicht zur Belohnung oder Bestrafung.
- Machen Sie Ihrem Kind alternative Angebote im „richtigen Leben“.
- Beachten Sie Altersfreigaben von Filmen (FSK) und Spielen (USK).
- Beobachten Sie die Gewohnheiten Ihres Kindes am Computer – wie viel Zeit es verbringt und womit, ob es alleine oder auch mit Freunden spielt bzw. im Internet ist, ob es sich im realen Leben isoliert und in die virtuelle Welt zurückzieht. Sie kennen Ihr Kind am Besten!
Tipps für die Handynutzung:
- Grundsätzlich gilt, dass moderne Handys inzwischen kleine Computer mit Internetzugang sind. Einige Hersteller bieten daher Mobiltelefone speziell für Kinder an. Sie sind klein, in der Regel bunt und relativ einfach zu bedienen. Sie verfügen über weniger Funktionen und sind damit auch sicherer.
- Es gibt keine feste Altersvorgabe, ab wann das erste Handy gekauft werden sollte. Achten Sie auf die Reife Ihres Kindes. Das Teenager-Alter ist der früheste Zeitpunkt, um mit dem mobilen Telefonieren zu beginnen. Auch bei Grundschülern kann ein Handy sinnvoll sein, wenn der Weg zur Schule lang und unübersichtlich ist.
- Sagen Sie Ihrem Kind, dass es die Handynummer nur an Leute weiter geben soll, denen es vertraut. Außerdem sollte die Seriennummern des Gerätes notiert werden. Diese sieht man, wenn man beim Handy *#06# eingibt. Mit der Seriennummer hat man eine Chance, bei Diebstahl oder Verlust das Gerät wieder zu bekommen. Man sollte sofort die SIM-Karte beim Mobilfunkanbieter sperren lassen, wenn das Handy weg ist. Bei Diebstahl oder Raub direkt zur Polizei gehen.
- PINs und Passwörter gehen niemanden etwas an. Klären Sie Ihr Kind über Datenschutz auf.
- Grundsätzlich gilt, dass das erste Handy mit einer Prepaid-Karte und nicht mit einem Vertrag ausgestattet sein sollte. Die Prepaid-Karte ist zu empfehlen, da Kinder damit nur ein begrenztes Guthaben zur Verfügung haben. Bei dieser Lösung ist das Telefonieren zwar teurer, schützt aber vor Verschuldung. Außerdem lernt Ihr Kind damit auch den Umgang mit Geld.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Kosten für Gespräche, SMS und MMS. Ein kleiner Einnahmen- und Ausgabenplan hilft. Vorsicht bei Klingeltönen, Logos und Spielen fürs Handy! Diese Angebote sind in der Regel recht teuer. Einzelne Abrufe für solche Angebote kosten schnell ein paar Euros. Grundsätzlich bieten Prepaid-Verträge die Möglichkeit, Kosten zu kontrollieren. Fragen Sie beim Kauf des Gerätes nach, ob man bestimmte Nummern zur Benutzung sperren kann (z.B. die teuren 0190/0900-Nummern) und sperren Sie diese (ggf. den Mobilfunknetzbetreiber anweisen).
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Fotos, Videos oder Tonaufnahmen. Betroffene müssen vorher um Erlaubnis gefragt werden, ansonsten verstößt man gegen deren Persönlichkeitsrechte.
- Wenn man Fotos von sich selbst oder anderen online stellt oder mit dem Handy weiterleitet, kann es sein, dass die Fotos nie wieder aus dem Internet verschwinden!
- Bei Weitergabe von Porno- oder Gewaltvideos kann man sich strafbar machen und z.B. auch von der Schule verwiesen werden. Solche Inhalte sollten sofort gelöscht und ggf. in der Schule oder bei der Polizei gemeldet werden, um die Weitergabe solcher Inhalte sofort zu stoppen.
- Die Funktion "Bluetooth" sollte immer abgeschaltet sein, wenn man es nicht braucht. Das ist sicherer, denn Hacker können das Gerät dann nicht so leicht angreifen und Viren, Würmer und Trojaner verschicken. Bluetooth und WLAN abschalten spart zudem Akkuleistung. Lassen Sie sich diese Funktionen ggf. vom Verkäufer zeigen.
- Es ist wissenschaftlich umstritten, wie gesundheitsschädigend die Strahlung von Handys ist. Nach Ansicht des Bundesamtes für Strahlenschutz ist das Risiko gering. So wie Erwachsene können aber auch Kinder auf eine Strahlenbelastung empfindlich reagieren. Eine Orientierung bietet die Sendeleistung des Handys, die die Hersteller angeben. Halten Sie das Handy erst nach aufgebauter Verbindung ans Ohr. Achten Sie auf guten Empfang, das minimiert die Strahlung. Empfehlenswert sind Headsets: Sie haben einen separaten Kopfhörer und sorgen für Abstand zwischen Ohr und Antenne (im Handy). Die Kabel sollten einen so genannten Frequenzfilter besitzen. Dieser weist die Funkwellen ab. Achten Sie auch auf die vom Hersteller angegebenen "SAR"- Werte. Als strahlungsarm gelten Handys deren SAR-Wert bei höchstens 0,6 Watt pro Kilogramm (W/kg) liegt.
- Kinder sollten dazu angeleitet werden, bei Veranstaltungen oder privaten Anlässen das Mobiltelefon auf lautlos (mit Vibrationsalarm) zu stellen. Während des Schulunterrichts gilt das gleiche wie im Flugzeug oder im Krankenhaus: Handys aus! Bei Telefonaten in der Öffentlichkeit nicht zu laut sprechen und - zum Beispiel in Fußgängerzonen - während des Telefonierens einen relativ ungestörten Platz suchen. Bei Anrufen auf dem Handy den Gesprächspartner stets fragen, ob es gerade passt. Denn wer unterwegs ist, hat nicht immer Zeit.
Hilfreiche Internetseiten:
- www.handysektor.de (Tipps rund ums Handy)
- www.klicksafe.de (alles über Sicherheit im Internet und Medienkompetenz)
- www.blinde-kuh.de (Suchmaschine für Kinder mit Sicherheitstipps und Tipps für Eltern)
- www.top-videonews.de (Filmvorstellungen mit pädagogischer Bewertung)
- www.spielbar.de (Computerspielvorstellungen mit pädagogischer Bewertung)
- www.internet-abc.de (Informationen und Spiele für Kinder, Eltern und Pädagogen)
- www.fsk-online.de (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Altersfreigaben)
- www.usk.de (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, Altersfreigaben)
- www.jugendschutz.net (Beschwerdestelle, viele weitere Informationen zum Jugendschutz)
Angebote des Kreisjugendamtes
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Flyer mit Angeboten des Kreisjugendamtes (95,4 KB)
Materialien
Bücher, Broschüren oder Faltblätter zu vielen Themen des Kinder- und Jugendschutzes stehen zur Verfügung.
Weiterführende Informationen
- Informationen zum neuen Jugendschutzgesetz
- Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) im Überblick (PDF) (18,7 KB)
- Tipps für Partys
- Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg (Die ajs ist ein Zusammenschluss von 19 Spitzenverbänden Baden-Württembergs, die sich für die Stärkung, den Schutz und die Rechte von Kindern und Jugendlichen einsetzt.)
Amt, Ansprechpartner
Ansprechpartner/innen des Kreisjugendamts
Öffnungszeiten / Sprechzeiten
Allgemeine Öffnungszeiten des Landratsamtes
(Termine nach Vereinbarung)
