
Zukunftsleitbild Landkreis Göppingen
Lokale Agenda 21
- 24 beispielhafte Pfade in die Zukunft
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort des Landrats
24 Leitbilder zur Zukunft der Lebensstile
Zukunft des sozialen Zusammenlebens
Zukunft von Kunst und Kultur
Zukunft der Wirtschaft
Zukunft der Jugend
Zukunft von Schule und Beruf
Zukunft der Frauen und Männer
Zukunft der Familie
Zukunft der Ausländerinnen und Ausländer
Zukunft der Senioren
Zukunft der Menschen mit Behinderungen
Zukunft der Gesundheitsvorsorge und -förderung
Zukunft von Freizeit und Sport
Zukunft des Gesundheitswesens und des Tourismus
Zukunft der landschaftsgebundenen Erholung
Zukunft der Landwirtschaft
Zukunft der Forstwirtschaft
Zukunft von Arten und Biotopen
Zukunft des Wasserzustandes und der Böden
Zukunft der Luftsituation
Zukunft der Lärmsituation
Zukunft der Klimasituation
Zukunft der Energienutzung
Zukunft der Mobilität
Mitglieder des Zukunftsbeirats
Vorwort des Landrats
Ein Blick in die Zukunft - Wie soll der Landkreis Göppingen künftig aussehen? In welche Richtung soll er sich entwickeln?
Auf diese wichtigen und spannenden Fragen versucht das Zukunftsleitbild eine Antwort zu geben. In 24 Leitbildern finden die Zielsetzungen der Lokalen Agenda 21 der Vereinten Nationen - ökologische Nachhaltigkeit, ökonomische Effizienz, soziale Gerechtigkeit und Schonung der Naturgüter - ihren Niederschlag.
Das Zukunftsleitbild wurde vom Kreistag des Landkreises Göppingen am 23.11.2001 beschlossen. Es richtet sich an alle, die für die Entwicklung des Landkreises Verantwortung tragen, also gleichermaßen an den Landkreis wie an die Gemeinden, die Kirchen, die Wirtschaft, die Verbände und alle gesellschaftlichen Gruppen. Nicht zuletzt sind die Bürgerinnen und Bürger angesprochen, die durch ihr Verhalten und ihre Lebensweise entscheidend die weitere Entwicklung unseres Landkreises bestimmen.
An der Erstellung des Zukunftsleitbildes haben - im Zukunftsbeirat - neben Mitgliedern des Kreistags Vertreter aller wichtigen Institutionen und gesellschaftlichen Gruppierungen mitgewirkt, sodass Kenntnisse und Erfahrungen ausgewiesener Fachleute Eingang gefunden haben.
Das Zukunftsleitbild soll neben den Leitbildern der Landkreisverwaltung und der Kreiskliniken Orientierungs- und Entscheidungshilfe sein. In diesem Sinn wollen wir uns einsetzen für einen Landkreis Göppingen, in dem es sich lohnt zu leben, zu arbeiten und zu lernen.
Im Februar 2002
Franz Weber
Landrat
Leitbild zur Zukunft der Lebensstile
Gegenseitige Toleranz bei großer Vielfalt der Lebensstile im Landkreis!
Im Landkreis Göppingen hat sich eine breite und lebendige Diskussion um zukunftsfähige Lebensstile entwickelt. Die Fragen, die dabei im Vordergrund stehen, lauten: Wie können wir gut leben, ohne dass künftige Generationen oder andere Teile der Welt dafür bezahlen müssen? Wie können wir unser Leben unter Schonung von Ressourcen gestalten? Die Suche nach einem Konsens hat sich an nachhaltigen Gesichtspunkten orientiert und dazu geführt, dass die Lebensqualität steigt, gleichzeitig aber weniger Ressourcen verbraucht werden. Die Vielfalt der Begegnungen wird zunehmend konstruktiv gestaltet und als Chance begriffen. Bildung, Kultur und neue Lernmöglichkeiten werden als Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit angesehen und berühren alle Aufgabenbereiche des Landkreises. Der Landkreis setzt sich aktiv gegen Rassismus und Rechtextremismus ein (vgl. Leitbild zur Zukunft der Ausländerinnen und Ausländer).
Beispielhaft zeigt dies der Zukunftsbeirat an fünf Entwicklungsprinzipien:
Lebensformen:
Die Lebensformen der Zukunft dürfen nicht durch zunehmende Vereinzelung, Vereinsamung und Konsumsteigerung geprägt sein. Familien sollen sich als Sozialverbünde definieren, in denen Menschen Zusammenleben gestalten und auch generationsübergreifend solidarisch Verantwortung zeigen. In einem grundsätzlichen Richtungswechsel müssen gegenseitige Wertschätzung und Toleranz, nicht gesellschaftliche Teilung und Ausgrenzung als Ziele anerkannt werden.
Konsum:
Im Interesse des Erhalts der natürlichen wie der sozialen und ökonomischen Lebensgrundlagen weltweit, wie auch im Interesse von Umwelt und internationaler Gerechtigkeit sollte Konsum nicht mehr ausschließlich auf den Verbrauch von Gütern ausgerichtet sein und Lebensqualität sich langfristig von materiellem Konsum abkoppeln (nach dem Motto „Gut leben statt viel haben“). Sinnliche Erfahrungen in Natur und Kultur, soziale Beziehungen, unterschiedliche Formen von Arbeit werden als sinnstiftende und erfüllende Erlebnisse im Landkreis erkannt.
Zeit und Arbeit:
Die erwerbslose Lebenszeit in der Biographie der Menschen wird immer länger. Für die älter werdenden Menschen und den hohen Prozentsatz von Menschen ohne Arbeit muss der Arbeitsbegriff neu definiert werden. In den Biographien der Menschen gibt es Zeiten von bezahlter und unbezahlter Arbeit und/oder bürgerschaftlichem Engagement zum Wohle des Ganzen und zur Stärkung der Identität des Einzelnen.
Mobilität:
Moderne Mobilitätskonzepte, in denen Möglichkeiten des öffentlichen und privaten Verkehrs kombiniert werden, werten die zunehmende Freizeitqualität des Landkreises auf und bringen Menschen zusammen.
Lernen, Information und Kommunikation:
Lebenslanges Lernen prägt die neuen Lebensstile. In der Zeit der Globalisierung wird das Internet zum hauptsächlichen Zugangsmittel für fast alle Lebensbereiche. Der Landkreis soll dafür Sorge tragen, dass allen Gruppierungen der Zugang zu modernen Kommunikationsmitteln ermöglicht wird.
Leitbild zur Zukunft des sozialen Zusammenlebens
Sinnvolles und gesundes Leben im Landkreis als Grundlage einer demokratischen Gemeinschaft!
Eine soziale Einbindung eigenverantwortlicher Individuen in die Gesellschaft ist die Grundlage für Glück, Zufriedenheit und Gesundheit und die Voraussetzung für die Übernahme von Verantwortung für ein demokratisches Gemeinwesen, an dem alle einen gleichberechtigten Anteil haben. Der Landkreis hat die Rahmenbedingungen geschaffen und trägt dazu bei, dass seine Bewohner ein erfülltes und gesundes Leben führen können. Die Menschen erfahren Natur, Kultur und Religion mit allen Sinnen. Dazu gehört die Erfahrung der Verantwortung aller Menschen für alle, indem insbesondere Menschen mit Benachteiligungen unterstützt und gefördert werden, demokratische Eigenverantwortlichkeit praktiziert und die Verschiedenartigkeit der Gruppierungen als Bereicherung verstanden wird (vgl. Leitbild zur Zukunft der Lebensstile). Die Menschen werden in ihrer Individualität und Eigenständigkeit akzeptiert. Männer wie Frauen tragen gleichberechtigt Verantwortung füreinander.
Zur Verwirklichung dieses Leitbildes sollen folgende Entwicklungsprinzipien im Landkreis beitragen:
Erhaltung und Förderung sinnlicher Erlebnisse:
Der Landkreis soll seinen Einwohnerinnen und Einwohnern sinnliche Erfahrungsmöglichkeiten bieten. Dazu ist die Erhaltung der natürlichen Umwelt, aber auch kultureller und religiöser Vielfalt notwendig.
Stärkung und Stützung von benachteiligten Personen:
Die Solidargemeinschaft soll in der ganzheitlichen Verantwortung für alle Menschen im Landkreis einstehen. Insbesondere werden Menschen mit Benachteiligungen unterstützt und gefördert.
Wohnortnahe Sozialverbünde:
Soziale Vernetzung wird gefördert, so dass wohnortnahe Sozialverbünde entstehen, die im demokratischen Sinne mit- und füreinander eigenverantwortlich Gemeinschaft gestalten.
Individuelle Eigenständigkeit und Verantwortung:
Die Verschiedenheit der Bürgerinnen und Bürger des Landkreises soll als fruchtbare Entwicklung des Gemeinwesens wahrgenommen werden. Das gemeinsame aller Gruppierungen wirkt sich stärkend und verbindend aus. Menschen werden in ihrer Individualität und Eigenständigkeit akzeptiert. Der Landkreis unterstützt Lebens- und Wohnformen, die in besonderer Verantwortung füreinander einstehen. Frauen und Männer wirken gemeinsam und mit ihren Kompetenzen gleichberechtigt gesellschaftsprägend.
Leitbild zur Zukunft von Kunst und Kultur
Bereicherung durch Auseinandersetzung in Kunst und Kultur!
Um die Zukunftsfähigkeit des Landkreises zu erhalten, zu stärken und zu fördern, haben Bildung und Kultur eine hohe Bedeutung. Bildung und Kultur sollen die Menschen dazu befähigen, sich in einer immer komplizierter werdenden Welt zu orientieren, ihre Wurzeln zu entdecken und sich dieser bewusst zu sein. Andere Menschen und Kulturen und andere Lebenssituationen werden besser verstanden, weil man sich miteinander auseinandersetzt.
Dazu gehören im Einzelnen folgende Entwicklungsprinzipien:
Zugang zu Informationen:
Alle Menschen im Landkreis sollen in die Lage versetzt werden, die Informationen zu bekommen, die sie für wichtig halten. Dazu gehört auch der Zugang zu den neuen Medien durch die Modernisierung der Kreisbildstelle.
Kunst und Kultur:
Alle Menschen im Landkreis sollen sich mit den Anliegen von Kunst- und Kulturschaffenden auseinandersetzen können. Kunst und Kultur sind dann gut und nachhaltig, wenn sie Bestand haben, Anstöße geben und Emotionen wecken (in diesem Sinne sind sie dann auch anstößig). Schulen und andere Institutionen wie die Volkshochschule (vhs) sollen Lernorte sein, in denen Kunst und Kultur vermittelt wird.
Ruhe, Nachdenken und Besinnung:
Alle Menschen im Landkreis sollen Ruhe finden, Besinnung erleben und Nachdenken erfahren können. Der Sonntag soll als Kulturgut und Ruhetag erhalten bleiben. Dafür soll der Landkreis einen Beitrag zu der gesellschaftlichen Koordinierung der Aktivitäten und Kulturereignisse leisten.
Verständnis im Zusammenleben:
Alle Menschen sollen in ihrem Zusammenleben mit anderen gefördert werden. Damit müssen sie auch die Lebenssituation anderer verstehen lernen. Alte und Junge, Einheimische und Zugewanderte und Menschen mit und ohne Behinderungen sollen Orte finden und an Veranstaltungen teilnehmen können, die dieses Ziel fördern (vgl. Leitbild zur Zukunft des soziales Zusammenlebens).
Leitbild zur Zukunft der Wirtschaft
Auf zum Qualitätssprung – Innovationen umsetzen!
Aufbauend auf dem starken industriellen Sektor haben sich qualitativ positive Veränderungen im Industriesektor, speziell in der Verknüpfung mit dem Dienstleistungssektor ergeben. Diese beruhen insbesondere auf dem verstärkten Bemühen, in umweltgerechter Produktion nachhaltige Produkte zu entwickeln, auf der gelungenen Ansiedlung von innovativen mittleren Firmen und Existenzgründern. Die Wirtschaft des Landkreises ist ein aktiver Partner im Agenda-Prozess.
Ein Hauptaugenmerk des Landkreises liegt in der ständigen Qualifizierung der Menschen besonders in den neuen Technologien. Die Industrie profitiert zusätzlich von der Qualifikation gut ausgebildeter Arbeitskräfte im Technikbereich.
Im Einzelnen kann ein solcher Strukturwandel durch folgende Entwicklungsprinzipien befördert werden:
Know-How für Betriebe und Unternehmen:
Die Betriebe und Unternehmen sollen im Landkreis durch die Bündelung von unterschiedlichem Fachwissen in Kompetenzzentren (z. B. Mechatronik, Facility-Management) in Theorie und Praxis unterstützt werden, umwelt- und gesundheitsverträglich zu produzieren. Qualifikationsschwerpunkte in den Bereichen „Technik“, „Neue Medienberufe“ sowie „Ver- und Entsorgungstechnik“ sind aufzubauen.
Existenzgründungen:
Neue Wachstumsmärkte sind im Landkreis eng mit den bestehenden Märkten verknüpft. Die Förderung von Existenzgründungen muss diesen Tatbestand berücksichtigen. Junge Unternehmen sollen vom Landkreis gefördert werden.
Qualifizierung der Menschen:
Die Menschen sollen zum lebenslangen Lernen motiviert werden. Dabei bemüht sich der Landkreis, Arbeitslose durch gezielte Programme und Maßnahmen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und Benachteiligte differenziert nach ihren Bedürfnissen zu fördern.
Gesundheit und Tourismus als neuer Wachstumsmarkt:
Aufbauend auf der reizvollen Landschaft und den guten Ansätzen im Gesundheitssektor soll das Wachstum des Gesundheits- und Tourismusmarktes gefördert werden. Dies kann zum Beispiel mit Hilfe von Gesundheits- und Ökoaudits für Betriebe und durch die Förderung der Direktvermarktung von Lebensmitteln geschehen.
Sparsame Flächennutzung und umweltgerechte Produktion:
Die Flächennutzung soll sparsam erfolgen, wobei auf eine Verbesserung der logistischen Anbindung für die Betriebe zu achten ist. Um die wenigen Gewerbeflächenpotenziale optimal zu nutzen, ist auf eine umweltgerechte Produktion zu achten und es sollen vordringlich bestehende Brachen wiedergenutzt werden. Die Kommunen sollen dazu angehalten werden, interkommunal zusammenzuarbeiten.
Leitbild zur Zukunft der Jugend
Jugendliche fit für die Zukunft des Landkreises!
Junge Männer und Frauen sehen für sich Chancen und Perspektiven und meistern ihr Leben mit Motivation und in Eigenverantwortung. Sie können ihre individuellen Werte mit denen der Gesellschaft in Einklang bringen und leben ein aktives Leben mit einem aufgeklärten Konsumverhalten. In einer multikulturellen Gesellschaft nehmen sie Unterschiede und Vielfalt als positive Quelle und Anlass für ein neues Lernen. Jungen und Mädchen gehen gleichberechtigt miteinander um und führen ein selbstbestimmtes, mündiges und gesellschaftsfähiges Leben. Die Eltern und Erziehungsberechtigten bieten ihnen einen aktiven Bezugspunkt und übergeben Mit-Verantwortung an Kinder und Jugendliche. Der Landkreis bietet ihnen „Spiel- und Erlebnisräume“.
Folgende Entwicklungsprinzipien gilt es dafür zu verwirklichen:
Zukunft ohne Angst:
Junge Männer und junge Frauen brauchen Chancen und Perspektiven, damit sie ihr Leben mit Motivation und in Eigenverantwortung meistern können. Junge Menschen haben das Recht auf einen Platz in der Gesellschaft und auf Bildung. Sie haben die Pflicht, sich entsprechend ihrer Fähigkeiten einzubringen.
Wertevermittlung:
Durch die Orientierung an Vorbildern und in der Auseinandersetzung über Werte und Einstellungen finden Mädchen und Jungen ihren eigenen Weg. Sie sollen dazu angehalten werden, individuelle Werte und Interessen mit den gesellschaftlichen Werten in Einklang zu bringen, die notwendige Auseinandersetzung zu führen sowie Kompromisse zu schließen. Der Erwachsene steht in seiner Vorbildfunktion in der Verantwortung.
Konsumverhalten:
Jugendliche stehen ständig vor einem unüberschaubaren Angebot an Waren und Dienstleistungen. Jugendliche sollen hier keine passive Haltung einnehmen und Erlebnisse oder bestimmte Artikel nur konsumieren. Für ihre aktive Erfahrungswelt sollen eigene Erlebnis- und Wahrnehmungsmöglichkeiten und Gelegenheiten für eigenes Handanlegen geschaffen werden.
Mit Unterschieden gut leben:
Das Leben in einer multikulturellen Gesellschaft ist geprägt von Unterschieden. Hier liegt die Vielfalt und die Quelle für neues Lernen. So positiv sollte es der Jugend vermittelt werden!
Der Landkreis als „Spielplatz“ für Mädchen und Jungen:
In der zurückliegenden Zeit gingen immer mehr Erlebnisräume verloren. Die Jugendlichen benötigen Lern- und Erfahrungsräume, in denen sie sich erproben und ein selbstbestimmtes Handeln üben können. Hierzu ist die Leitung durch geeignete Personen notwendig .
Gleichberechtigung:
Jugendliche Mädchen und Jungen sollen gleichberechtigt miteinander umgehen und dazu erzogen werden, sich gegenseitig zu respektieren.
Selbstvertrauen und innere Balance:
Selbstbestimmung führt zu mündigen und gesellschaftsfähigen Erwachsenen. Die Jugend ist keine Vorstufe des Erwachsenseins, sondern soll als eigener Bereich angesehen werden, in welchem die Jugendlichen ihre Erfahrungen machen können und müssen. Aus diesen Erlebnissen werden sie lernen und ihr Selbstvertrauen stärken.
Eltern und Erziehungsberechtigte im Mittelpunkt der Erziehung:
Der Einfluss der Eltern auf die Erziehung der Kinder wird zunehmend eingeschränkt. Die Familie ist aber in unserem sozialen System der wichtigste Bezugspunkt für Jugendliche. Die Erziehungsberechtigten müssen in die Lage versetzt werden, sich mit den Problemfeldern der Jugendlichen auseinander zu setzen.
Kinder und Jugendliche stärken, beteiligen und ihnen Verantwortung übergeben:
Oft wird über Belange der Jugendlichen über ihre Köpfe hinweg entschieden, ohne sie aktiv zu beteiligen. Dies führt immer wieder zu Frustrationen seitens der Jugendlichen. Ebenso werden ihre Belange oft nicht ernst genommen. Es geht darum, Jugendliche aktiv in ihren Interessen zu stärken, sie zu unterstützen, um ihnen dadurch Verantwortung übertragen zu können. Somit haben sie die Möglichkeit, mit ihren eigenen Entscheidungen zu lernen.
Leitbild zur Zukunft von Schule und Beruf
Bildungsinitiative unter dem Motto "integrativ, interaktiv und in die Zukunft weisend " als Innovationsbeitrag für den Landkreis!
Die berufliche Bildung ist als eines der wichtigsten Potenziale für die Innovation im Landkreis Göppingen erkannt. Die erfolgreichen Ausbildungskonzepte sind integrativ, interaktiv und in Bezug auf die Berufs- und Arbeitswelt zukunftsweisend angelegt. Der Landkreis hat über einen eigenen Wettbewerb "Jugend forscht" eine problemlösungsorientierte Technikbegeisterung entfacht, aber auch benachteiligten Jugendlichen interessante neue Arbeitsperspektiven ermöglicht.
Beispielhaft zeigt dies der Zukunftsbeirat an den folgenden Entwicklungsprinzipien:
Kooperation:
Um das vorhandene berufliche Bildungspotenzial zu nutzen, soll eine bessere Kooperation zwischen den Schulen, den Hochschulen und der Wirtschaft im Landkreis angestrebt werden, die u.a. in „Events“ und Präsentationen in den Schulen zum Ausdruck kommt. Auf der Grundlage von Arbeitsmarktanalysen sollen die Chancen für Kooperationen - auch mit der mittelständischen Wirtschaft ausgelotet und Strategien zur Verwirklichung der Konzepte formuliert werden. Dann können die jeweils relevanten Akteure für gemeinsame Projekte aktiviert und zur Zusammenarbeit motiviert werden.
Zukunftsweisende Aus- und Weiterbildungskonzepte:
Der Landkreis soll zukunftsweisende Ausbildungsgänge direkt und durch Informationen unterstützen. Dabei sollen schulische Institutionen sich auch an der berufsbegleitenden Weiterbildung beteiligen und innovative Modellprojekte, z.B. transparente Wärmedämmung, Photovoltaik und andere technische Möglichkeiten an den Schulen anschaulich vermitteln.
Ausbildungsoffensive für benachteiligte Jugendliche:
Der Landkreis sollte die Förderung benachteiligter Jugendliche auf mehrere Arten unterstützen.
Bildungsmarketing: Die Marketing-Maßnahmen im Bildungsbereich sollen verstärkt werden. Dies gilt besonders dann, wenn im Landkreis wegweisende Informationsmöglichkeiten ("Abitur und dann") und Ausbildungskonzepte angeboten werden können, für die sich unterschiedliche Träger und Kooperationspartner verantwortlich zeigen.
Leitbild zur Zukunft von Frauen und Männern
Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen basiert auf der gerechten Teilung von Familien- und Erwerbsarbeit zwischen Frauen und Männern!
Die Vision ist, dass Frauen und Männer an allen Bereichen der Gesellschaft gleichberechtigt partizipieren. In einer demokratischen Gesellschaft werden die anstehenden Entscheidungen in Gremien getroffen, in denen Frauen und Männer angemessen vertreten sind. Frauen werden im Landkreis ermutigt und darin gefördert, verstärkt für politische Ämter zu kandidieren und Führungspositionen in Institutionen anzustreben. Jeder Form von Gewalt gegen Frauen und Kinder soll auch von Seiten des Landkreises entgegengewirkt werden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer gleichermaßen ist ein Ziel, das der Landkreis aktiv unterstützt.
Beispielhaft zeigt dies der Zukunftsbeirat an drei Entwicklungsprinzipien:
Gleichberechtigte Teilhabe in einer demokratischen Gesellschaft:
Finanzielle Unabhängigkeit und eine eigenständige Alterssicherung müssen Frauen ermöglicht werden. Entscheidungen müssen grundsätzlich die unterschiedlichen Lebenslagen von Frauen und Männern berücksichtigen und dahingehend überprüft werden, ob sie dem Prozess der Gleichberechtigung förderlich sind (Gender-Mainstreaming-Ansatz als Empfehlung zur Aufhebung der Geschlechterbenachteiligung in §§ 2 und 3 des Amsterdamer Vertrages der EU verankert). Politische Gremien sollen so mit Frauen und Männern besetzt sein, dass die unterschiedlichen Lebenswelten von Frauen und Männern in den Entscheidungen angemessen berücksichtigt werden können. Insbesondere sollen auch geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf:
Bezahlte und unbezahlte Arbeit soll in unserer Gesellschaft gleichermaßen von Frauen und Männern erbracht werden. Teilzeitarbeitsmodelle, auch in Führungspositionen, sollen für Frauen und Männer gleichermaßen möglich sein.
Leitbild zur Zukunft der Familien
Familien werden in ihren Funktionen für das gesellschaftliche Zusammenleben von Frauen und Männern getragen und unterstützt!
Familien werden durch die ganze Gesellschaft unterstützt. Die Erziehung von Kindern und die Pflege von kranken Angehörigen sind nicht überwiegend Frauenarbeit, sondern auf mehrere Schultern verteilt. Kinder sind im Landkreis kein Armutsrisiko.
Beispielhaft zeigt dies der Zukunftsbeirat an den folgenden Entwicklungsprinzipien:
Unterstützung von Familien:
Es bedarf flexibler Arbeitszeitmodelle, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer möglich zu machen. Dazu gehört auch eine flexible und flächendeckende Kindertagesbetreuung für alle Altersgruppen. Diese beugt der Isolation und Verwahrlosung von Kindern vor. Zusätzlich brauchen Familien Unterstützung in Form von Beratungsangeboten und Treffpunkten, die in genügender Anzahl zur Verfügung gestellt werden müssen.
Kinder in unserer Gesellschaft:
Entwicklungsräume für Kinder fehlen in allen Bereichen und sollen vom Landkreis aktiv gesucht und gefördert werden.
Nicht nur Frauenschultern:
Frauen und Männer sind für die Kindererziehung und andere Familienarbeiten gemeinsam zuständig. In diese Richtung soll der Landkreis einen Bewusstseinswandel anregen. Für die Erziehung von Kindern und die Pflege von kranken Angehörigen soll ein finanzieller Ausgleich geschaffen werden. Die Entscheidung einer Frau, entweder als Familienfrau oder als berufstätige Frau zu leben, soll gesellschaftlich akzeptiert werden.
Leitbild zur Zukunft der Ausländerinnen und Ausländer
Gegenseitige Bemühung um Verständnis und gleiche Chancen in einer multikulturellen Gesellschaft!
Der Landkreis geht aktiv und mit allen Mitteln gegen Rassismus, Gewalt und Rechtsextremismus vor. Im Landkreis sind Ausländerinnen und Ausländer in eine interkulturelle, vielfältige Gesellschaft integriert und prägen diese mit. Ein gutes Sprachverständnis und das aktive Beherrschen der Sprache des Landes ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die gelungene Integration. Aus- und inländische Jugendliche verfügen außerdem über dieselben Entwicklungschancen, Ausgrenzungen werden vom Landkreis aktiv verhindert.
Folgende Entwicklungsprinzipien können im Landkreis zur Verwirklichung des Leitbildes greifen:
Integrierende Gesellschaft ohne Ausgrenzung:
Begegnungen, gegenseitiges Kennenlernen und interkulturelle Zusammenarbeit sollen in verschiedensten Gruppierungen angestrebt werden.
Treffpunkte und Bürgerzentren sollen entgeltfrei, in genügender Anzahl und mit vielfältigen Ausprägungen zur Verfügung stehen.
Chancengleichheit für Jugendliche:
Ausländische Mädchen und Jungen leben zwischen den Kulturen. Ihre unterschiedlichen Bedürfnissen sollen berücksichtigt und gestärkt werden. Insbesondere ausländische Mädchen sollen so zu einer selbständigen Lebensweise angeregt werden und in ihrem Selbstbewusstsein stark sein.
Gutes Verstehen und Sprechen der Sprache:
Es muss ein ausreichendes Angebot an Integrationskursen vorhanden sein. Vermittlerinnen und Vermittler, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren müssen in ihrer Aufgabe, zwischen Einheimischen und Ausländern Brücken zu bauen, gestärkt werden. Auf diese Weise sollen mehr Interesse und Motivation an dem Erlernen und Sprechen der deutschen Sprache geweckt werden.
Leitbild zur Zukunft der Senioren
Aktive, eigenständige und mitverantwortliche Senioren im Landkreis!
Im Landkreis Göppingen sind Senioren ein aktiver Teil des öffentlichen Lebens. Sie nutzen die zahlreichen Bildungseinrichtungen und führen damit den Beweis, dass lebenslanges Lernen keine Utopie ist. Sie können mit Computern umgehen und tauschen sich mit der jungen Generation in zahlreichen Projekten aus. Die Solidarität zwischen Jüngeren und Älteren hilft beiden Gruppen. Der Landkreis fördert Senioren, indem er Projekte und Einrichtungen unterstützt, die es Senioren ermöglichen, ein aktives und selbstbestimmtes Leben in einer vielfältigen, durch verschiedene Kulturen geprägten Gesellschaft zu führen. In der Verkehrsplanung und im Städtebau werden die Bedürfnisse der älteren Mitbürger bei allen Planungsmaßnahmen soweit wie möglich berücksichtigt. Hilfsbedürftige Senioren wird die Hilfe zuteil, die sie für ein geachtetes Leben im Alter benötigen.
Im Einzelnen sollen folgende Entwicklungsprinzipien dazu beitragen:
Beratung für einen Wechsel in den Ruhestand:
Für den Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand sollen spezielle Beratungsangebote bereit stehen.
Bildungsmöglichkeiten für Senioren an Volkshochschulen, Akademien und ähnlichen Institutionen, Zugang zu den neuen Medien:
Senioren sollen die Möglichkeit haben, sich umfassend zu bilden und lebenslang zu lernen. Dazu gehört die Förderung des Zugangs zu den neuen Medien genauso wie allgemeine Bildungsangebote an den Volkshochschulen etc. In besonderem Maße sollte auch der Austausch zwischen der alten und der jungen Generation gefördert werden. Gegenseitige Lernprojekte erlauben den Perspektivenwechsel und fördern den gegenseitigen Respekt auch im Kontakt mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.
Bürgerschaftliches Engagement und Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten im öffentlichen Leben: Senioren sollen dazu ermuntert werden, sich im Landkreis ehrenamtlich zu engagieren und ihre Fähigkeiten und Leistungskraft anderen zur Verfügung zu stellen. In Form einer speziell auf diese gesellschaftliche Gruppe zugeschnittenen Altenpolitik bietet der Landkreis Senioren auch politische Mitgestaltungsmöglichkeiten. Diese wird besonders auch im Planungsbereich (Verkehrs-, Stadt- und Landschaftsplanung) als notwendig betrachtet.
Sport, Gesundheitsförderung sowie Altenhilfe-, Senioren- und Behindertenarbeit:
Durch die Möglichkeit zum Sport und durch spezielle Einrichtungen für hilfsbedürftige und behinderte Menschen sollen Senioren so lange wie möglich als selbstständige, aktive Mitbürger leben können. Wenn Sie Einrichtungen zur Hilfe benötigen, sollen diese in genügendem Maße und guter Qualität zur Verfügung stehen. Geriatrische Zentren sollen erhalten und erweitert werden.
Leitbild zur Zukunft der Menschen mit Behinderung
Menschen mit und ohne Behinderung erstreben Glück und ein sinnvolles Leben in der Gemeinschaft!
Im Landkreis Göppingen sind die Lebensbereiche von Menschen mit und ohne Behinderung in vielfältiger Art und Weise miteinander vernetzt. Durch Begegnungsmöglichkeiten im Alltag des Wohnens, des Arbeitens und der Freizeit werden Vorurteile abgebaut und entfaltet sich ein öffentliches Leben, in dem sich Menschen mit und ohne Behinderung verwirklichen können.
Folgende Entwicklungsprinzipien sollen verwirklicht werden:
Begegnungen im Alltag:
Der Abbau von Berührungsängsten und Vorurteilen wird unterstützt durch die Aufhebung der Ausgrenzung von Behinderten in der Gesellschaft. Begegnungen im Alltag, gegenseitiges Kennenlernen, und die Tatsache, sich beim Namen nennen zu können, verhindert Verunsicherung und Befremdung.
Teilhabe am öffentlichen Leben:
Menschen mit Behinderungen gehören zum nachbarschaftlichen und öffentlichen Leben. Sie werden in ihrer Persönlichkeit und in ihrer individuellen Leistung geschätzt und geachtet. Sie fühlen sich angenommen und können ihre Gefühle und Emotionen leben. Ein möglichst selbstständiges Leben basiert auf einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Behinderten und nicht Behinderten und fördert diese.
Gleichberechtigung und Selbstwertgefühl:
Menschen mit und ohne Behinderung respektieren sich gegenseitig und gehen gleichberechtigt miteinander um. Sie überprüfen und relativieren ihre Zielvorstellungen im Diskurs. Der Landkreis schafft Möglichkeiten, wie sie ihre spezifischen Fähigkeiten einbringen und ein stabiles Selbstwertgefühl entwickeln können.
Ethische Grundlagen des Zusammenlebens:
Durch die neuen biomedizinischen Möglichkeiten entsteht die Gefahr eines zunehmenden Eingriffs in menschliches Leben und, wie die aktuelle Debatte um die Gentechnik zeigt, gar der Auslese in unserer Gesellschaft. Dem soll der Landkreis aktiv begegnen.
Leitbild zur Zukunft der Gesundheitsvorsorge und -förderung
Der Kreis fördert präventive Strategien und Aktivitäten in allen Lebensbereichen und für alle Altersgruppen!
Der Landkreis hat solche Rahmenbedingungen geschaffen, die der Gesundheitsförderung in bester Weise dienen. Dabei ist es wichtig, alle Lebensbereiche und die Betroffenen bei der Suche nach guten Lösungen mit einzubeziehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schließt in den Begriff Gesundheit auch das soziale Wohlbefinden mit ein. Haupt- und ehrenamtlich organisierte Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen bieten Informationen und Unterstützung zu allen gesundheitsrelevanten Themen und für alle Zielgruppen an.
Die Bevölkerung soll Zugang zu den qualitativ bestmöglichen ambulanten und stationären Gesundheitsdienstleistungen haben. Diese sind optimal vernetzt und finanziert. Die Bevölkerung soll Informationen über alle gesundheits- und präventionsorientierten Angebote im Kreis erhalten.
Im Einzelnen sollen dazu folgende Entwicklungsprinzipien verwirklicht werden:
Prävention/Gesundheitsförderung:
Zu wichtigen Themen, z.B. Sucht, Bewegung, Ernährung, Entspannung, sollen Runde Tische eingerichtet werden, an denen Expertinnen und Experten sowie Betroffene ursachenbezogene Konzepte entwickeln und Kooperationspartner mit einbeziehen. Entsprechende Daten werden erhoben und zur Verfügung gestellt. Die Strategien zur Verbesserung der Ausgangssituation werden vom Landkreis in Form von Modellprojekten gefördert.
Öffentlichkeitsarbeit und Gesundheitsinformationen:
Medienarbeit sensibilisiert die Bevölkerung für Gesundheitsthemen. Beratungsstellen sollen dazu ihre Informationen vernetzen (vgl. Leitbild zur Zukunft des Gesundheitswesen und des Tourismus).
Leitbild zur Zukunft von Freizeit und Sport
Aktive Freizeitgestaltung zur individuellen Zufriedenheit und für gemeinschaftliche Erlebnisse!
Im Landkreis werden Freizeitmöglichkeiten geschaffen, die es erlauben, soziale Beziehungen zu knüpfen und sich individuell zu entfalten. Bewegungs-, Erlebnis- und Erholungsmöglichkeiten stehen allen Einwohnerinnen und Einwohnern in ausreichendem Maß zur Verfügung. Sie gewährleisten Zufriedenheit und Erfüllung als Ausgleich zu Arbeit und Schule. Gemeinschaftsanliegen können in gemeinsamem kreativem Tun und Erleben verwirklicht werden. Der Landkreis hat solche Rahmenbedingungen geschaffen, die die Menschen zu einem verstärkten bürgerschaftlichen Engagement motivieren. Um die ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen, werden verstärkt hauptamtliche Kräfte eingesetzt.
Dazu dienen folgende Entwicklungsprinzipien:
Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit:
Kreis, Kommunen, Kirchen, Schulen, Kindergärten und Vereine sollen vernetzt zu einem attraktiven Angebot im Freizeit- und Sportbereich beitragen. Um dieses Angebot bekannt zu machen, wird die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt.
Kreatives Handeln:
Handwerkliche Betätigung, Musizieren und das Erleben der Natur sollen ein Gegengewicht zur Informations- und Technologiegesellschaft bilden.
Orte, Plätze und Sportstätten: Bedarfsgerechte Orte, Plätze und Räume müssen für den Freizeitbereich zur Verfügung stehen. Sportartspezifische Übungsstätten sollen so gestaltet sein, dass sie flexibel mehreren Bedürfnissen angepasst werden können.
Unterstützung Ehrenamtlicher:
Um das bürgerschaftliche Engagement zu unterstützen, müssen Anleitung und Hilfen von den hauptamtlich Verantwortlichen geboten werden.
Leitbild zur Zukunft des Gesundheitswesens und des Tourismus
Ein Landkreis für Leib und Seele - Rundum gesund arbeiten, leben und Urlaub machen!
Nicht nur der klassische Gesundheitssektor, auch neue Angebote in den Sparten Umwelt- und Biotechnik, Naturheilverfahren, Körper- und Physiotherapie, Personalmanagement und Gesundheitsdienste bilden einen wichtigen Wirtschaftssektor im Landkreis. Die Mineralbrunnenbetriebe sind nicht nur wichtige Werbeträger, aufgrund der konsequenten Bündelung von Landschaftserhaltung, Bäderausbau, Bildungsangeboten und nachhaltigen Therapieverfahren hat der Landkreis einen weitreichenden und guten Ruf im Gesundheitswesen erworben.
Im Einzelnen müssen folgende Entwicklungsprinzipien verwirklicht werden, um diese Ansätze noch zu verstärken:
Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und der Landschaft:
Die Kulturlandschaft des Landkreises mit ihren Streuobstwiesen wird als wertvolles Gut und Grundlage des Gesundheitswesens und des sanften Tourismus erhalten und geschützt. Der Landkreis unterstützt das Projekt: „Naturpark Schwäbische Alb“.
Förderung des Bedarfs an wirtschaftlichen Dienstleistungen im Gesundheitsbereich:
Innovative Betriebe im Gesundheitswesen erfahren die Unterstützung des Landkreises. Dazu sollen Gewerbe- und Industrieparks zu Gesundheitszwecken entwickelt werden und die Tourismusinfrastruktur nachhaltig ausgebaut werden.
Förderung des Bedarfs an sozialen Dienstleistungen im Gesundheitswesen:
Gesundheitsorientierte Betriebe sollen ermutigt werden, sich an einem Gesundheitsaudit, ähnlich wie ein Ökoaudit , zu beteiligen. Die Träger der Wohlfahrtspflege sollen dazu gewonnen werden, attraktive gesundheitsfördernde Strukturen und Sportangebote anzubieten bzw. zu nutzen (Allwetterferien, Reiterurlaub, Ferien auf dem Bauernhof, Ferien mit dem Rad, Heilkräuterpark, etc.).
Marketing für das Gesundheitswesen und einen sanften Tourismus:
Die Stärken und Angebote des Landkreises sollen bei den unterschiedlichen Adressatengruppen - auch der Bevölkerung in der Region für die Naherholung - durch eine einheitliche Werbelinie stärker in das Bewusstsein gerückt werden. Landschaft und Natur dienen als Orte der Erholung!
Die natürlichen Potenziale des Landkreises, die Landschaft, die Heilquellen und das Landschaftsbild wurden als wertvolles und schützenswertes Gut erkannt und dienen den Menschen zur Erholung und persönlichen Entfaltung. Dafür wurden bestehende Belastungen, z.B. durch Lärm, reduziert und die Nutzungsmöglichkeiten der Landschaft im Landkreis systematisch und naturverträglich entwickelt. Ein überörtliches Konzept stellt die Aufnahmefähigkeit der Landschaft für Erholungssuchende genauso wie die empfindlichen Bereiche der Landschaft dar.
Im Einzelnen dienen folgende Entwicklungsprinzipien einer behutsamen Erschließung der Landschaft für Erholungszwecke:
Vielgestaltigkeit des Naturraumes:
Die Naturräume des Landkreises bieten eine Fülle an Möglichkeiten der Erholungsnutzung. Diese Vielfalt soll entwickelt werden und auch ausgefallene Erholungsarten, wie z.B. Klettern, sollen im Landkreis ausgeübt werden können. Die Qualität der Landschaft, Flora, Fauna und das Lokalklima sind zu sichern. Die Heil- und Kurorte erfüllen die hohen Anforderungen für landschaftsgebundene Erholungsnutzungen (vgl. Leitbild zur Zukunft des Gesundheitswesen und des Tourismus).
Reduktion von Belastungen:
Weil im Landkreis die Lärmemissionen die Erholungsmöglichkeiten aufgrund der dichten Besiedelung erheblich beeinträchtigen können, sollen diese vordringlich reduziert werden (vgl. Leitbild zur Zukunft der Lärmsituation).
Behutsame Erschließung:
Die Zugänglichkeit der Natur soll sichergestellt werden. Die Landschaft ist für die Erholungsnutzungen angemessen zu erschließen (Parkplätze, Fußwege, Radwege, Reitwege, etc.). Auf die Bedürfnisse des Tagestourismus soll das Erholungskonzept des Landkreises ebenfalls Rücksicht nehmen.
Leitbild zur Zukunft der Landwirtschaft
„Bäuerliche Landwirtschaft“ – ein unverzichtbarer Partner für eine gesunde Zukunft!
Der Erhalt dieses typischen und reich gegliederten Landschaftsbildes mit Streuobstwiesen, Heckenlandschaften und Wacholderheiden ist das Ziel des Landkreises. Die Flächen, die aus einer Bewirtschaftung herauszufallen drohen, werden jedoch weiterhin gegen einen finanziellen Ausgleich gepflegt und genutzt werden. Die attraktive Landschaft wurde im Landkreis auch als interessanter Wirtschaftsfaktor und Standortvorteil erkannt. Durch besondere Maßnahmen wird das charakteristische Landschaftsbild erhalten, werden die Naturgüter Wasser, Boden, Luft und Artenvielfalt geschützt und die Landwirtschaft als Wirtschaftszweig gefördert.
Im Einzelnen sind folgende Entwicklungsprinzipien zur Verwirklichung des Leitbildes zu beachten:
Erhalt von Kulturlandschaft durch die Landwirtschaft:
Für das Landschaftsbild wichtige Flächen sollen ohne den Druck der marktförmigen Bewirtschaftung, also marktentlastend bewirtschaftet werden. Dazu müssen die Einkommenseinbußen der Landwirte aus den Extensivierungsprogrammen des Landes ausgeglichen werden.
Schutz von Naturgütern:
Um Wasser, Boden, Luft und Artenvielfalt durch die richtige Form der Landbewirtschaftung zu fördern, muss auf Mineraldünger und Pestizide so weit wie möglich verzichtet werden. Auch hier müssen Einkommenseinbußen finanziell ausgeglichen werden.
Erhalt des Wirtschaftszweigs Landwirtschaft:
Die Existenzsicherung der bäuerlichen Familienbetriebe muss ein öffentliches Anliegen sein. Dazu ist eine angemessene Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten, und es sind neue Einkommensalternativen (Erholung, Ferien auf dem Bauernhof, lokale Direktvermarktung) für die Landwirte zu erschließen.
Finanzieller Beitrag der Verbraucher, Vermittlerrolle des Landkreises: Der Landkreis fördert das Bewusstsein um den Wert der Landwirtschaft für den Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft. Ziel ist es, das Einkaufsverhalten der Verbraucher im Hinblick auf die verstärkte Verwendung regional und umweltverträglich erzeugter Produkte zu verändern.
Leitbild zur Zukunft der Forstwirtschaft
Die Wälder des Landkreises erfahren eine hohe Wertschätzung und werden naturnah bewirtschaftet!
Der Wald ist im Landkreis in sich weitgehend geschlossen, vielfältig, naturnah, gesund und unberührt von äußeren Einwirkungen. Aufforstungen sind so beschaffen, dass sie durch ihre Größe und Lage im Raum eine sinnvolle Bewirtschaftung zulassen und sich in die bestehende Kulturlandschaft einfügen. Auf die Begründung von standortangepassten und gemischten Wäldern wird geachtet. Eine Umwandlung von Wald wird nur in Ausnahmefällen und auf kleineren Flächen durchgeführt. Die Wälder sind zu ihrer Bewirtschaftung und für die Erholungssuchenden angemessen und umweltverträglich erschlossen.
Im Einzelnen bedeutet dies die Verwirklichung folgender Entwicklungsprinzipien:
Erhalt der Wälder:
Die Funktionen und die Bedeutung der Wälder - wie zum Beispiel für die Holzproduktion, zum Schutz von Wasser, Boden und Lebensräumen und als Erholungsraum - sollen der Bevölkerung des Landkreises bewusst sein. Hierzu soll auf breiter Basis informiert werden.
Beispiele sind: Thema „Wald“ in der Schule behandeln, Information in der Presse verbreiten, das Konzept der Waldpädagogik bekannt machen. Der Landkreis setzt sich aktiv für die Verringerung der Luftschadstoffe als Voraussetzung gesunder Wälder und Lebensräume ein (vgl. Leitbild zur Zukunft der Luftsituation). Die Kommunen sollen dazu aufgefordert werden, im Rahmen ihrer Flächennutzungsplanung Wald zu erhalten, nicht zu zerschneiden und ausreichende Abstände mit baulichen Vorhaben einzuhalten.
Bewirtschaftung und Pflege der Wälder:
Kleinere Waldflächen sollen zu wirtschaftlich sinnvollen Einheiten zusammengefasst und gemeinsam zum Beispiel durch Forstbetriebsgemeinschaften bewirtschaftet werden. Der Landkreis empfiehlt den Waldbesitzern die Zertifizierung ihrer Bewirtschaftungsweise und ihrer Produkte. Zur Erhaltung und Entwicklung naturnaher Wälder sind angemessene, nicht zu hohe Wildbestände erforderlich.
Förderung der Verwendung von Holz:
Die Verwendung von Holz im Bauwesen, insbesondere bei öffentlichen Bauten, soll gefördert werden. Dabei prüft der Landkreis seinen eigenen Gebäudebestand, auch unter der Maßgabe, zur Wärmegewinnung verstärkt Blockheizkraftwerke und Holzhackschnitzelanlagen einzusetzen (vgl. Leitbild zur Zukunft der Energiesituation).
Leitbild zur Zukunft von Arten und Biotopen
„Arten und Biotope“ – die ganze Vielfalt des Lebens im Landkreis!
Artenschutz ist Lebensraumschutz. Die Vielfalt an Arten und Biotopen im Landkreis ist als Standortqualität anerkannt und eine Verpflichtung für alle. Zur Sicherung des Artenreichtums sind verschiedene Strategien notwendig. Neben Totalreservaten ohne jeglichen Eingriff sind die Relikte früherer Bewirtschaftungsformen, z.B. Wachholderheiden, durch gezielte Pflegemaßnahmen erhalten worden. Eine besondere Bedeutung kommt der pfleglichen Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen zum Strukturerhalt sowie in besonderem Maße der Pflege der Gewässer und Gewässerränder zu.
Folgende Entwicklungsprinzipien dienen der Verwirklichung des Leitbildes:
Schutz und Entwicklung:
Bestehende Biotope sollen erhalten und geschützt werden. Neue Biotope und Grünanteile sollen entwickelt werden.
Vernetzung:
Die bestehenden und neu entstehenden Grünstrukturen, z.B. Hecken, Streuobstwiesen und Gewässersysteme, sollen als zusammenhängende Strukturen erhalten und entwickelt werden.
Monitoring (Beobachtung und Steuerung):
Der Bestand an und die Entwicklung von Arten und Biotopen sollen dokumentiert werden und es sollen Ziele für ihre Entwicklung und Pflege festgesetzt werden.
Landbewirtschaftung:
Erwerbsformen, die dem Erhalt und der Entwicklung von Arten- und Biotopvielfalt dienlich sind, sollen unterstützt und gefördert werden.
Leitbild zur Zukunft des Wasserzustandes und der Böden
Vorbeugender Schutz von Wasser und Böden!
Der Landkreis setzt im Wasser- und Bodenschutz auf vorbeugende Schutzmaßnahmen, weil erkannt worden ist, dass die Sanierung von Böden und Gewässern nur durch sehr aufwendige Sanierungsmaßnahmen möglich ist. Der Eintrag von Schadstoffen in Gewässer und Böden wurde reduziert. Dazu wurden Maßnahmen insbesondere im Bereich Grundwasser- und Fließgewässerschutz ergriffen und die Wassernutzung geregelt.
Im Einzelnen sind folgende Entwicklungsprinzipien notwendig, um das Leitbild zu verwirklichen:
Grundwasser:
Neben der Reduktion der Flächenversiegelung im besiedelten und landschaftlichen Bereich sollen Regelungen mit der Landwirtschaft dazu dienen, den Düngereintrag in die Böden zu vermindern und boden- und wasserschonende Wirtschaftsweisen zu entwickeln. Dazu ist ein Ausgleich für Bewirtschaftungserschwernisse vorzusehen. Die Abwasserbeseitigung ist weiter zu verbessern und die Kommunen sind angehalten, ihre Beseitigungssysteme ständig zu überwachen und zu optimieren.
Fließgewässer:
Fließgewässer sollen so weit wie möglich in ihrem naturnahen Zustand erhalten (Auewälder) oder zurückgebaut werden. Alle störenden Nutzungen (Landwirtschaft, Straße, Siedlung etc.) müssen einen ausreichenden Abstand zum Gewässerbett einhalten. An den Gewässerrändern ist die Entwicklung einer naturnahen Vegetation zu fördern und für den Hochwasserschutz müssen Retensionsflächen (Flächen, in denen sich das Hochwasser stauen kann) ausgewiesen werden.
Wassernutzung:
Besonders in den Bädergemeinden sollen die Mineralbrunnen ausgebaut werden. Auf die nachhaltige Nutzung der tiefliegenden Grundwasserschichten ist dabei besonders zu achten. Örtliche Wasserfassungen sollen möglichst erhalten und ausgebaut werden.
Leitbild zur Zukunft der Luftsituation
Deutliche Reduktion von CO2 und anderen Luftschadstoffen!
Der Landkreis hat das Ziel einer weitgehenden Reduktion der Verschmutzung der Atmosphäre erreicht bzw. seinen Beitrag hierzu geleistet. Dazu gehört besonders auch die Reduzierung von CO2 und anderen Luftschadstoffen. Die Energie- und Ressourcenproduktivität hat sich im Landkreis maßgeblich verbessert. Die Kleinverbraucher (z.B. Haushalte), die Energiewirtschaft, die Industrie und die Verkehrssysteme haben zu dieser Situation wesentlich beigetragen.
Beispielhaft zeigt dies der Zukunftsbeirat an drei Entwicklungsprinzipien:
Energie- und Ressourcenproduktivität:
Das Kapital muss in Zukunftstechnologien investiert werden, um die Luftreinhaltung von einem Kostenfaktor zu einem Gewinnposten zu machen.
Mikroklima:
Der Landkreis soll die mikroklimatische Situation im Landkreis erfassen und Problempunkte systematisch verbessern (vgl. Leitbild zur Zukunft der Klimasituation).
Luftschadstoffe: Der Landkreis soll darauf hinwirken, dass die rechtlichen Kontrollen zur Reduktion bezüglich Dioxinen, Furanen und Benzol verschärft werden.
Leitbild zur Zukunft der Lärmsituation
Ein integriertes Maßnahmenbündel zum wirksamen Schutz vor Lärm!
Ein weitreichender wirksamer Schutz vor Lärm wurde im Landkreis durch ein integriertes Maßnahmenbündel erreicht. Dazu gehören technische, planerische, administrative und aufklärerische Mittel. Der Landkreis führt Lärmschutzmaßnahmen auf breiter Front, insbesondere im Verkehrsbereich durch. Durch vorausschauende Planungen können Lärmkonflikte frühzeitig erkannt und geeignete Abhilfemaßnahmen getroffen werden.
Beispielhaft zeigt dies der Zukunftsbeirat an vier Entwicklungsprinzipien:
Verhinderung der Entstehung von Lärm an der Quelle:
Die Lärmbekämpfung an der Quelle soll Vorrang vor der passiven Sanierung (z.B. dem Schutz vor Lärm durch Lärmschutzfenster) haben. Lärmmindernde Konstruktionen sollen gefördert und eine vorausschauende Lärmschutzpolitik, die rechtliche und marktliche Lenkungsinstrumente sinnvoll kombiniert, durchgesetzt werden.
Anreizstruktur:
Lärmmindernde Verhaltensweisen sind durch Aufklärung und Anreize zu fördern. Eine Kombination von ordnungsrechtlichen Regelungen mit marktwirtschaftlichen Anreizen zur Förderung lärmmindernder Verhaltensweisen muß flexibel und zeitnah praktiziert werden.
Planungsmaßnahmen, besonders im Verkehrsbereich:
Verkehrsrechtliche und planungstechnische Maßnahmen sollen zu einer Verbesserung der Lärmsituation beitragen. Dazu zählen Maßnahmen nach der Straßenverkehrsordnung, die Ausweisung von Lärmschutzzonen wie auch das Aufstellen von Lärmminderungsplänen zusammen mit den Kommunen.
Multiplikatorfunktion des Landkreises:
Der Landkreis arbeitet eng mit den Kommunen, den Verkehrsplanern und den Kur- und Erholungsorten zusammen, initiiert professionelle Lärmschutzlösungen und propagiert gute praktische Lösungen. Damit wird gezeigt, dass Lärmschutzmaßnahmen und lärmminderndes Verhalten im Landkreis einen großen Stellenwert haben.
Klimatische Lebensbedingungen im Landkreis optimieren!
Leitbild zur Zukunft der Klimasituation
Im Landkreis herrschen günstige Luftaustauschbedingungen, weil die Siedlungsgebiete und Eingriffe in Natur- und Landschaft in Bezug auf die lokalklimatischen Wirkungen möglichst schonend ausgewiesen werden. Lokale Luftverunreinigungen werden durch kräftige Talwinde in offenen Tälern abtransportiert. Die gewählte Form der Bebauung trägt jeweils zu einer guten Durchlüftung der Wohngebiete bei. Auf der Albfläche verbessern Windschutzbepflanzungen das lokale Klima.
Im Einzelnen sollen folgende Entwicklungsprinzipien zu einer optimalen klimatischen Situation im Landkreis beitragen:
Beitrag zum Klimaschutz allgemein:
Der Landkreis soll einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung alternativer Energiequellen und -einsparungsmaßnahmen leisten (vgl. Leitbild zur Zukunft der Energiesituation und Leitbild zur Zukunft der Luftsituation).
Vermeidung klimaschädlicher Bebauung und Flächennutzungen:
Kaltluftentstehungsgebiete sollen erhalten und Täler nicht durch Bebauung oder Aufforstung verriegelt werden. Die Erfordernisse des Lokalklimas sollen in der Bauleitplanung der Kommunen Berücksichtigung finden. Dazu trägt der Landkreis durch Information bei.
Förderung der mikroklimatischen Verhältnisse:
Die Siedlungsgebiete sollen stärker begrünt werden, eine Prüfung, ob Baumschutzsatzungen sinnvoll sind, soll ebenfalls erfolgen. Insgesamt soll die Bodenversiegelung so weit wie möglich reduziert werden. Baumgürtel und Streuobstwiesen sollen als Windschutz in den Albgemeinden gefördert werden.
Leitbild zur Zukunft der Energienutzung
Energiesparen und eine regenerative wie rationelle Energienutzung schöpfen aktiv und innovativ die im Landkreis vorhandenen Potenziale aus
und werden zu einem wichtigen Beitrag der Beschäftigungssicherung!
Im Landkreis Göppingen ist ein Energiesparkreis verwirklicht worden. Geothermie, Biomasse, Sonne, Wasser und Wind werden als neue und regenerative Energiequellen genutzt. Neben der Energiequelle "Einsparung" durch Renovierung und Modernisierung werden die erneuerbaren Energiequellen im Landkreis heute beschäftigungssichernd mit innovativen Techniken in Nutzenergie umgewandelt.
Beispielhaft zeigt dies der Zukunftsbeirat an folgenden Entwicklungsprinzipien:
CO2-Reduktion um 30% bis 2010:
Neben Anreizprogrammen, die vorbildliche Einsparlösungen öffentlich bekannt machen, fungiert der Landkreis auch beispielgebend im eigenen Verantwortungsbereich, z.B. bei der modellhaften Sanierung einer eigenen Liegenschaft (öffentliche Schausanierung). Das Landes-Impulsprogramm soll eine Kreisvariante erhalten.
Vervierfachung regenerativer Energieerzeugung bis 2010/ Modellprojekte und Zusammenarbeit:
Neben der Kenntnis und Realisierung der Potenziale zur Umrüstung von Altanlagen sollen die Kommunen zusammen mit dem Kreis Neuanlagen fördern und öffentlich herausstellen. Vorbildliche Projekte für eine rationelle und regenerative Energienutzung sollen vom Landkreis prämiert werden. Unter dem Motto „Wir ziehen an einem Strang“ beginnt der Landkreis eine Umsetzungsinitiative als Partnermodell aller Beteiligten (Industrie, Handwerk, Kommunen, Kirchen etc.).
Qualifikation wichtiger Multiplikatoren:
Der Landkreis soll eine Qualifikationsoffensive für Architekten, das Handwerk und wichtige Ausbilder fördern.
Öffentlichkeitsarbeit: Die Potenziale und Erfolge der rationellen und regenerativen Energienutzung sollen mithilfe einer kreativen Öffentlichkeitsarbeit (Social Marketing) im Landkreis bekannt gemacht werden.
Neue Finanzierungskonzepte:
In Kooperation mit örtlichen Banken, Energiedienstleistern soll regionales privates und institutionelles Kapital gewonnen werden. Das Motto "Aus dem Landkreis - für den Landkreis" könnte diese Initiative begleiten.
Leitbild zur Zukunft der Mobilität
Landkreis in Bewegung!
Der Landkreis hat für den Personen- und Gütertransportverkehr ein zukunftsweisendes Konzept verwirklicht. Darin wird Mobilität mit verschiedenen Mitteln für alle gewährleistet. Bahnhöfe sind ansprechende Kommunikations- und Treffpunkte geworden.
Das Konzept ist integrativ, weil alle Formen der Mobilität berücksichtigt werden, kollektiv, weil ÖPNV und "Nutzen statt besitzen" (Car-sharing) eine Rolle spielen, innovativ, weil auch neue Wege beschritten werden, und sozial, weil der Verkehr gesundheitsverträglicher und für alle zugänglicher geworden ist.
Im Einzelnen müssen zur Verwirklichung des Leitbildes folgende Entwicklungsprinzipien greifen:
Begrenzung des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf ein notwendiges Maß:
Der Landkreis soll die bundesweit diskutierten Konzepte zur Begrenzung und Reduktion des MIV auf ein notwendiges Maß im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit für den Landkreis prüfen. Darauf aufbauend können die Straßenneu- und -umbaukonzepte überdacht und Kampagnen zur MIV-Reduktion entworfen werden. Zum Beispiel könnten eine Spritsparkampagne und Aktionstage „ohne Auto“ organisiert werden.
Innovative und integrative Mobilitätskonzepte:
Die Mobilitätsangebote sollen mehr als Gesamtdienstleitungsangebot für Wegeketten, weniger als Produktangebote für einzelne Verkehrsmittel, z.B. Auto oder Bus, gesehen werden. Nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer benötigen bessere Wegeketten, eine bessere Vertaktung und mehr Komfort. Die umweltfreundliche Erschließung der abgelegenen Gebiete im Landkreis soll dabei im Fokus der Anbieter sein. Die Förderung kollektiver Nutzungsformen, der Fahrradnutzung und alternativer Antriebsformen sind wichtige Bausteine dieser Konzepte.
Stärkung des ÖPNV:
Die bestehenden Angebote sollen attraktiver und vielfältiger sowie überschaubarer werden. Bestehende Netze sollen ausgebaut und qualifiziert werden.
Mobilität als Dienstleistung:
Informationsangebote sind wichtig und zeigen, dass Mobilität mehr als Dienstleistung verstanden werden soll (Transport von A nach B zum Zeitpunkt x, Optimierung der Wegeketten durch Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel).
Neue Wege im Güterverkehr: Der Landkreis soll kein Durchgangsraum für den Schleichverkehr sein. Dieser Verkehrsanteil ist zu reduzieren. Ein Logistikzentrum soll betriebliche Transportkonzepte miteinander bündeln.
Straßen als Lebensraum:
Die Straßen sollen von verschiedenen Verkehrsmitteln benutzbar sein und möglichst attraktiv gestaltet werden. Ein Schritt hierzu ist Tempo 30 auch auf innerörtlichen Kreis- und Bundesstraßen.
Mitglieder im Zukunftsbeirat
Frau Heide Besuch, Kreisbehindertenring Göppingen
Herr Hans-Rudi Bührle, Kreisrat
Frau Waltraud Cless, Kreisrätin
Herr Wolfgang Friedrich, Kreishandwerkerschaft Göppingen
Herr Julius Glietsch, Landesnaturschutzverband, AK Göppingen
Frau Martina Heer, Frauenrat Göppingen
Herr Hans-Wilhelm Jakober, Kreisrat
Frau Anita Jaumann, Kreisrätin
Herr Martin Joos, Kreisrat
Frau Friederike Kapphan, Kreisrätin
Herr Friedrich Kauderer, Kreisliga der freien Wohlfahrtsverbände, Diakonisches Werk
Herr Hans-Helmut Kellenbenz, Kreisrat
Herr Jobst Kraus, Evangelische Akademie Bad Boll
Herr Eugen Kübler, Kreisrat
Herr Christian Leinert, Forstamt Göppingen
Herr Wolfgang Mayer, Kreisrat
Herr Winfried Mühleis, Kreisbauernverband Göppingen e. V.
Herr Felix Müller, Katholischer Dekanatsverband Göppingen-Geislingen
Herr Prof. Dr. Heinz Osterwinter, FH Esslingen, Außenstelle Göppingen
Herr Karl-Heinz Ramminger, Kreisjugendring Göppingen
Herr Wolfgang Rapp, Kreisrat
Herr Peter Ritz, Kreisrat
Herr Dr. Peter Saile, IHK Region Stuttgart, Bezirkskammer Göppingen
Herr Hans Schuster, Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur
Frau Gönul Sebibucin, Ausländerbeirat der Stadt Göppingen
Herr Werner Stöckle, Gemeindetag Baden-Württemberg, Kreisverband Göppingen
Frau Magdalene Wais-Lang, Kreisseniorenrat Göppingen
Herr Karl Wakenhut, Arbeitsamt Göppingen, Berufsberatung
Herr Arnulf Wein, Kreisrat
Herr Helmut Wick, Staatliches Schulamt
Frau Susanne Widmaier, Kreisrätin
Herr Klaus Wiesenborn, Deutscher Gewerkschaftsbund, Kreis Göppingen
Frau Martina Zeller-Mühleis, Kreisrätin
Impressum
Herausgeber:
Landratsamt Göppingen,
zu beziehen über Ira Oberweis
Hauptamt
Postfach 809
73008 Göppingen
Tel: 07161/202-306,
E-Mail:
Leitung der Arbeitsgruppen:
Bettina Oppermann
KOMMA.PLAN, Kommunikationsmanagement in der raumbezogenen Planung
Wilhelmstraße 9
70182 Stuttgart
Tel: 0711/7804472
E-Mail:
