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Geschichte des Landkreises Göppingen

Von der Stauferzeit bis heute

Ein kleiner Streifzug

Wappen Landkreis GöppingenDer Landkreis Göppingen wird auch als Stauferkreis bezeichnet. Im Wappen führt er den Löwen, das staufische Wappentier. Der Landkreis verweist damit auf die Stauferzeit. Damals bildete das Land um den Hohenstaufen bei Göppingen einen Kernraum des schwäbischen Herzogtums.

Eine in späterer Zeit nie mehr erreichte territoriale Einheit besaß das Land um den Hohenstaufen in der Stauferzeit. Es bildete einen Kernraum des Herzogtums Schwaben. Zumindest seit der Mitte des 11. Jahrhunderts war es die Heimat der Staufer. Ehe dieses Hochadelsgeschlecht um 1070/80 die Burg auf dem Hohenstaufen erbaute, nannte es sich wohl nach Büren (Wäschenbeuren). Die Staufer führten den Leitnamen Friedrich. Von 1079 bis 1268 stellten sie zehn schwäbische Herzöge und sieben Könige und Kaiser.In Deutschland am bekanntesten in Kaiser Friedrich I. Barbarossa, während in Italien sein Enkel Kaiser Friedrich II. verehrt wird.

Dieses Hochadelsgeschlecht trug den Leitnamen Friedrich und stellte von 1079 bis 1268 zehn schwäbische Herzöge und sieben Könige und Kaiser. Ehe es um 1070/80 die Burg auf dem Hohenstaufen erbaute, nannte es sich wohl nach Büren (Wäschenbeuren).

Cappenberger BarbarossakopfCappenberger Barbarossakopf

Die Wäscherburg bezeichnet man deshalb gern als "Wiege der Staufer". Sie stammt jedoch aus dem frühen 13. Jahrhundert und war der Sitz staufischer Dienstmannen. Herzog Konradin wurde 1268 im Kampf um sein Erbe in Neapel hingerichtet. Mit ihm endete das staufische Geschlecht und das Herzogtum Schwaben. 

Wäscherburg, InnenhofWäscherburg

Ölbild Ruine Scharfenberg 

 

Ruine Scharfenberg,
umrahmt von Staufeneck und Ramsberg,
im Hintergrund der Hohenstaufen

Ölbild um 1845

 

 

 

 

Nach dem Untergang der Staufer gelang es den Grafen von Württemberg im Bereich von Göppingen ihre Position auszubauen. Sie konnten in der Folge planmäßig die Besitzungen der Herzöge von Teck und der verarmten Grafen von Aichelberg aufkaufen. Schon früh fassten sie alle diese Güter zum Amt bzw. Oberamt Göppingen zusammen. Im nordöstlichen Kreisgebiet schufen sich die Herren von Rechberg eine größere Herrschaft. Zu einem ansehnlichen Territorium um Geislingen sowie im Mittleren und Oberen Filstal brachten es die Grafen von Helfenstein. Eine Besitzteilung leitete jedoch den Niedergang ein und brachte 1396 den Geislinger Teil an die Reichsstadt Ulm. Die helfensteinische Besitznachfolge im Oberen Filstal trat im 17. Jahrhundert Kurbayern an. Es besaß bis 1806 die Reichsgrafschaft Wiesensteig.

Geislingen im 18. Jahrhundert
Geislingen im 18. Jahrhundert

Die "Napoleonische Flurbereinigung“ bereitete dieser staatlichen Zerrissenheit und Vielstaaterei ein Ende. Das ulmische Oberamt Geislingen fiel nach einem kurzen bayrischen Zwischenspiel 1810 an das Königreich Württemberg. Mit dem kurz zuvor an Württemberg gelangten Oberamt Wiesensteig wurde es zum neuwürttembergischen Oberamt Geislingen zusammengefasst. Diesem neugebildeten Oberamt wurden auch die ehemals rechbergischen Orte im Lautertal und die degenfeldische Herrschaft Eybach unterstellt. Zum Oberamt Göppingen kamen die degenfeldischen Besitzungen Rechberghausen und Salach sowie die der Freiherren von Liebenstein in Jebenhausen. An Göppingen gelangten auch Teile des altwürttembergischen Klosteroberamts Adelberg.

Ulrichskapelle Adelberg Ulrichskapelle Adelberg (gegr. 1178, ehem. "Hauskloster" der Staufer)

Eine wesentliche Änderung dieser Amtseinteilung brachte erst das Gesetz über die Landesneueinteilung vom 25. April 1938. Durch dieses Gesetz wurde die schon seit 1930 angestrebte Verringerung der Zahl der Kreise in Württemberg durchgeführt. Seit 1. Oktober 1938 gab es nur noch 34 Land- und drei Stadtkreise statt bisher 61 Landkreise. Göppingen verblieb als Kreis und erhielt den größten Teil des Kreises Geislingen sowie die Gemeinden Aichelberg, Zell u.A., Roßwälden, Weiler, Adelberg, Baiereck, Reichenbach u. R., Winzingen und Wäschenbeuren.

Der neue Landkreis verfügte nun über eine Fläche von 610 km², 64 Gemeinden und 121.824 Einwohner. Er umfasst nahezu das gesamte Filstal vom Filsursprung bis Ebersbach/Fils und bietet eine nahezu ideale Anpassung an Verkehr und natürliche Zusammenhänge, die das verwaltungsmäßige und wirtschaftliche Zusammenwachsen der beiden Räume um die Wirtschaftszentren Göppingen und Geislingen zu einer Einheit in den Folgejahren wesentlich erleichterte.

Karte Gebiet
Hydrographische Karte der Fils 1914

Mit dem am 1. Januar 1973 in Kraft getretenen Kreisreformgesetz wurden 60 der 63 Kreise des Landes aufgelöst und in 35 Land- und 9 Stadtkreise neu gegliedert.  Der Landkreis Göppingen blieb dabei weitgehend unversehrt erhalten. Dazu kamen die Gemeinden Türkheim und Waldhausen sowie Maitis, die nach Geislingen bzw. Göppingen eingemeindet wurden. Die Fläche des Landkreises beträgt nunmehr 642 km². 

Seit der 1975 abgeschlossenen Gemeindereform zählt er 38 Gemeinden, darunter die Städte Göppingen, Geislingen an der Steige, Donzdorf, Ebersbach an der Fils, Eislingen/Fils, Lauterstein, Süßen, Uhingen und Wiesensteig.

Die Einwohnerzahl nahm in der Nachkriegszeit stark zu, insbesondere durch die Aufnahme von über 48.000 Heimatvertriebenen und Flüchtlingen sowie die nun vermehrt zuziehenden ausländischen Arbeitnehmer. Sie verdoppelte sich bis etwa 1978. Heute ist der Landkreis Lebensmittelpunkt von rd. 256.155 Einwohnern (Statistisches Landesamt 30.09.2007).

Literatur:

  • Der Kreis Göppingen, Veröffentlichungen des Kreisarchivs Göppingen, Band 11, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1985
  • Heinrich Domes/Giacinto Carlucci, Stauferkreis Göppingen – Momentaufnahmen zur Jahrtausendwende, Veröffentlichungen des Kreisarchivs Göppingen, Band 15, Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, 1999
  • Franz Weber/Albrecht Gmähle, Der Fils entlang – Eine Reise durch den Stauferkreis Göppingen, Veröffentlichungen des Kreisarchivs Göppingen, Band 14, zweite Auflage, Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, 2007
  • Hohenstaufen/Helfenstein – Historisches Jahrbuch für den Kreis Göppingen, Herausgegeben vom Geschichts- und Altertumsverein Göppingen und dem Kunst- und Geschichtsverein Geislingen im Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, Bände 1 – 15, 1991 - 2007
  • Kultur-Almanach Landkreis Göppingen. Der Wegweiser zu den kleinen Kostbarkeiten der 38 Städte und Gemeinden, Interessensverein Freie Kulturschaffende e.V. – Initiative KulturFreienTreff Landkreis Göppingen, 2006 

Weitere Informationen

  • Dokumentationsraum für staufische Geschichte
  • Kulturamt Landratrsamt Göppingen

 

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